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Feuerwehr und Sanitäter trainieren technische Hilfeleistung unter realen Bedingungen in Löhne

Rettung gelingt über den Kofferraum

Löhne (WB). Mehrere Fahrzeuge, die auf der Autobahn ineinander gekracht sind – ein seltenes, aber kein unmögliches Szenario. Daher haben Einsatzkräfte des Rettungsdienstes aus dem Kreis Herford und der Freiwilligen Feuerwehr Löhne die technische Hilfeleistung in so einem Fall unter realistischen Bedingungen geübt.

Lydia Böhne

Rettungsdienst und Feuerwehr müssen Hand in Hand arbeiten. Während die Sanitäter sich um die Verletzte (Ricarda Meyer) kümmern, sichern die Feuerwehrleute das Auto für die Bergung. Bei der Übung sollen die Beteiligten dieses komplexe Szenario trainieren. Foto: Lydia Böhne

Die Ersteintreffenden des Rettungsdienstes müssen schnell die Lage sondieren, die Verletzten lokalisieren und den Verletzungsgrad priorisieren. Dennoch gilt das Gebot: Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen! »Das haben sie schon einmal super gemacht«, lobt Christian Ehlert.

Der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Löhne hat das Seminar zur Übung der technischen Hilfeleistung konzipiert und als Ausbilder die Handgriffe der 40 Teilnehmer genau im Blick. Neben Einsatzkräften der Hauptamtlichen Wache sowie der Löschgruppen Obernbeck und Mennighüffen sind darunter auch Notfallsanitäterschüler und Notfallsanitäter des Rettungsdienstes.

Das Wissen, das sie am Freitag bereits in einem theoretischen Unterricht erlernt haben, können sie bei der Abschlussübung am Samstagnachmittag auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache praktisch anwenden. Darsteller des Kreisverbandes Herford-Land des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mimen mit aufgeschminkten Wunden die Verletzten. Denkbare Verletzungen bei einem solchen Crash wären laut Rettungsdienstler Alexander Becker Knochenbrüche, ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Durchquetschung der Lunge.

Reibungslose Zusammenarbeit ist wichtig

Gerade wenn sich die Personen noch im Fahrzeug befinden, müssen Rettungsdienst und Feuerwehr gut zusammenarbeiten. Bei der Übung klappt dies reibungslos. Während sich die Feuerwehr mit hydraulischen Rettungsgeräten um die Befreiung kümmert, beginnen die Sanitäter parallel mit der Versorgung.

Am schwersten in diesem Szenario hat es die Fahrzeugführerin des blauen Fords erwischt. Sie ist in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas nicht mehr ansprechbar. Am aufwendigsten ist die Rettung der Fahrerin eines weißen Nissans. Ihr Wagen wurde durch die Wucht des Aufpralls auf die Seite geschleudert und hat sich mit einem weiteren Auto verkeilt. Mit der Rettungsschere muss das Dach für die Bergung teilweise entfernt werden.

Nach 20 Minuten sind alle Laiendarsteller aus den Autowracks gerettet. »Man sagt, dass die Verletzten nach einer Stunde im Krankenhaus sein sollten. Das hat hier geklappt«, sagt Christian Ehlert. Schwierigkeiten hat den Teilnehmern die durch einen Schlauch symbolisierte Leitplanke bereitet.

»Sie hat uns etwas eingeschränkt, aber das wäre im Ernstfall ja auch so«, fügt Einsatzleiter Marvin Haase hinzu. Insgesamt zieht Christian Ehlert eine positive Bilanz: »Die Kommunikation hat hervorragend funktioniert.« Der Ausbilder ist froh, von Kfz-Lücking und Schraubermeister aus Bünde Schrottautos zur Verfügung gestellt bekommen zu haben, um realistische Bedingungen schaffen zu können.

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