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Schäferei Stücke feiert Handwerk und Hoffest mit zahlreichen Besuchern

Schur erleichtert die Schafe

Löhne-Gohfeld (WB). »Schnipp, Schnapp« ist das Motto an Himmelfahrt bei der Schäferei Stücke in Löhne gewesen. Dort stand die alljährliche Schafschur an, die in Begleitung eines kleinen Hoffestes öffentlich auf dem Gelände der Schäferei durchgeführt wurde. Groß und Klein konnten der Schafschur zuschauen.

Natalie Lydia Meyer

Hans-Joachim Klos schert die Schafe der Schäferei Stücke. Für die Tiere ist dies eine Erleichterung, da sie schon bei Temperaturen ab fünf Grad Celsius anfangen zu schwitzen. Außerdem kann es sonst zu Stoffwechselerkrankungen kommen. Foto: Natalie Lydia Meyer

»Ein Schaf schwitzt schon ab fünf Grad Celsius, und es kann ohne Schur zu Stoffwechselkrankheiten kommen. Aus diesem Grund ist die Schur eine Erleichterung für die Schafe«, erklärte Michael Stücke, der Besitzer der Schäferei. Die Schur wurde von den Scherern Hans-Joachim Klos und Boris Flörkemeier übernommen.

»Ich schere schon seit mehr als 40 Jahren Schafe«, erzählte Hans-Joachim Klos. Gespannt schauten die Besucher ihm und seinem Team dabei im Schafstall zu. »Das Wichtige bei der Schur ist, das Tier nicht zu verletzten und möglichst in einem Vlies die Wolle zu scheren, was für die Weiterverarbeitung schöner ist«, betonte Michael Stücke.

Insgesamt besitzt die Schäferei diese vier Schaftierrassen: Graue gehörnte Heidschnucken, Bentheimer Landschafe, Suffolk-Schafe und Zwartblesschafe. »Wir halten unterschiedliche Tierrassen, weil diese auch unterschiedliche Formen und Qualitäten an Wolle abgeben. Außerdem wollen wir als Mitglied bei der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen auch Schafrassen ein Zuhause bieten, die vom Aussterben bedroht sind«, berichtete Michael Stücke.

Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen

Das Bentheimer Landschaf und die Graue gehörnte Heidschnucke sind laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) vom Aussterben bedroht. Die GEH hatte auf dem Hoffest ebenfalls einen Stand, beantwortete Fragen von Besuchern und gab Informationen rund um das Thema bedrohte Nutztierrassen.

Des Weiteren präsentierte der Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) Löhne einige seiner verschiedenen Hühnerrassen. »Das soziale Engagement ist uns im Verein sehr wichtig. Die sinnvolle Förderung von Züchternachwuchs, die Arbeit mit Schaubrütern in verschiedenen Einrichtungen, Tierschutz und Artenvielfalt stehen bei uns an vorderster Stelle«, erzählte Doris Harre, zweite Vorsitzende des RGZV Löhne.

Für die jungen Besucher gab es als besondere Aktion die Möglichkeit, selbst das Filzen mit Schafswolle zu testen. So filzten sie bunte Bälle, Freundschaftsbänder und Blumen aus der Schafswolle.

Während dieser Zeit hatten die Erwachsenen die Möglichkeit, den Hofladen der Schäferei zu durchstöbern, der alle möglichen Produkte und Artikel, die man aus Schafswolle weiterverarbeiten kann, beherbergt. Außerdem konnte den Spinnerinnen bei ihrer Arbeit am Spinnrad zugeschaut werden.

Nach der Schur wird die Wolle bearbeitet

»Nach der Schur wird die Wolle gewaschen, gekämmt, gefärbt oder gebleicht und dann versponnen. Wir haben insgesamt neun Aufbereiter der Schafswolle, die für uns von der Kleidung bis zum Dekorationsartikel alles herstellen«, erläuterte Michael Stücke. Auch die Hausspezialität der Schäferei, die Lammbratwurst, ist im Hofladen erhältlich.

»Die Lammbratwurst ist sehr lecker«, empfahl Besucherin Svenja Windmann-Brante. Der Hofladen der Schäferei an der Häger Straße 23 hat immer freitags von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Zudem konnten sich die Besucher auf dem Hoffest mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen stärken.

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