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Musik als „Königsweg“ bei Demenz

Seniorenzentrum bedankt sich bei Musikschule Löhne

Löhne

Das Seniorenzentrum „An der Werre“ in Löhne arbeitet eng mit der Städtischen Musikschule zusammen. Im Rückblick auf deren Jubiläum im Vorjahr gab es jetzt ein Dankeschön an Leiter Gerhard Sowa.

Patricia Lammermann (links), Betreuungsleitung im Seniorenzentrum „An der Werre“, bedankt sich bei Musikschulleiter Gerhard Sowa und Musiktherapeutin sowie Musikpädagogin Manya Griese. Foto: Seniorenzentrum An der Werre

Seit Eröffnung des Seniorenzentrums „An der Werre“ spielt die Musik eine besondere Rolle. „Sie wird zum Beispiel als Königsweg im Austausch mit an Demenz erkrankten Menschen beschrieben“, sagt Betreuungsleitung Patricia Lammermann.

Vielfältige Unterstützung

Vielfältige Unterstützung erfährt die Einrichtung dabei von der Städtischen Musikschule. Biografisch relevante Musikerfahrungen seien resistent gegen das Vergessen, erklärt Lammermann.

Wer erinnere sich nicht an ein besonderes Lied, das zu einer besonderen Situation gespielt wurde? Sei es der erste Kuss, der Disko-Besuch oder die Trauung, „bei der heute noch ein Gänsehautmoment entsteht, wenn diese Melodie gespielt wird“, führt sie weiter aus.

Musik aktiviert Emotionen

Musik aktiviere Emotionen und damit verbundene Erinnerungen, „die das Gefühl für die eigene Identität erhalten und reaktivieren. “ Die Musiktherapeutin und Musikpädagogin Manya Griese von der Musikschule Löhne ist regelmäßig im Seniorenzentrum „An der Werre“ zu Gast, um mit ihrer melodischen Stimme und Instrumenten mit Bewohnerinnen und Bewohner Musik zu erleben.

Auch ohne dass Worte fließen, sind dabei Reaktionen wahrnehmbar. Lammermann: „Menschen, die zum Beispiel nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen können, sind in der Lage zu singen, da hier überwiegend die rechte Gehirnhälfte aktiviert wird.“

Musiktherapeutin und Musikpädagogin Manya Griese musiziert mit einigen Senioren und Seniorinnen des Seniorenzentrums "An der Werre". Foto: Seniorenzentrum An der Werre

Im geriatrischen Bereich bewirke Musik in vielerlei Hinsicht eine Verbesserung der Lebensqualität. Ob Schlaganfall, Depression, Demenz oder die Begleitung in der letzten Lebensphase, Musiktherapie könne hier jeden erreichen, bei dem Musik im Leben eine Rolle spielt.

Als singendes Seniorenheim zertifiziert

Das Seniorenzentrum wurde 2013 zum ersten singenden Seniorenheim in NRW zertifiziert und erinnert immer wieder daran, wie wichtig Musik in der Betreuung der Senioren ist. Aufgrund der hohen Bedeutung und der Wirkung von Musik war es dem Seniorenzentrum auch besonders wichtig, der Musikschule im Vorjahr zum 50-jährigen Jubiläum zu gratulieren.

Bewohnerin sorgt für besonderen Moment

Die Einrichtung bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit einem kleinen Geschenk. Dazu besuchte Schulleiter Gerhard Sowa das Seniorenzentrum, um sich ein Bild davon zu machen, was Singen bei den Bewohnern bewirkt. Bei dieser Gelegenheit sah er aber nicht nur zu, sondern ließ es sich nicht nehmen, Manya Griese, die Gitarre spielte, am Klavier zu begleiten. Eine Bewohnerin, die die zweite Stimme sang, machte den Moment besonders für die beteiligten Sängerinnen und Sänger.

Musikschüler sind regelmäßig zu Gast

Neben den wöchentlichen und weiteren monatlichen Singangeboten kommen auch Schüler der Musikschule regelmäßig ins Seniorenzentrum, um auf Instrumenten ihr einstudiertes Repertoire vorzustellen. Patricia Lammermann: „Wir freuen uns, auch in Zukunft auf die großartige Zusammenarbeit mit der Musikschule und bedanken uns.“

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