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Stadtwerke-Geschäftsbereichsleiter Thomas Arning und seine Mitarbeiter vom Löhner Räumdienst kommen kaum gegen die Schneemassen an

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“

Löhne (WB)

Um 5 Uhr morgens geht es los. Die Mitarbeiter der Stadtwerke machen sich mit den Räumfahrzeugen auf den Weg, um zumindest die Löhner Hauptstraßen von den Schneemassen zu befreien. Doch angesichts anhaltender und starker Schneefälle ist das „im Moment ein Kampf gegen Windmühlenflügel“, sagt Thomas Arning von den Stadtwerken.

Dominik Rose

Andre Strunz steuert in diesen Tagen einen der vier Lkw, mit denen die Stadtwerke im Winter die Straßen räumen. Zudem sind drei Radlader, der Schlepper eines Landwirtes und drei weitere Fahrzeuge von Unternehmern im Einsatz. Doch die anhaltenden Schneefälle erschweren die Arbeit ungemein. Foto: Frank Dominik Lemke

Bis zu 35 Mitarbeiter arbeiten bis zum Abend in zwei Schichten und versuchen, die Hauptstraßen und wichtigen Wohnsammelstraßen für den Verkehr bedingt befahrbar zu halten. „Aber der zum Teil heftige Wind und der enorme Schneefall sorgen dafür, dass wir gar nicht mehr hinterherkommen“, sagt der Geschäftsbereichsleiter.

Die Stadtwerke sind mit vier Lastwagen, drei Radladern und einem Schlepper eines Landwirtes unterwegs. Dazu kommen laut Stadt drei weitere Fahrzeuge von Unternehmern.

„Es ist auch schon mehrfach die Frage gestellt worden, warum wir nicht im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten“, berichtet Thomas Arning. Der Nachteinsatz sei derzeit für Personal und Fahrzeugbestand nicht zu verantworten: „Wir haben in der weißen Landschaft bei diesen widrigen Licht- und Sichtverhältnissen keinerlei Orientierung mehr, weil alles zugeschneit und zugeweht ist. Begrenzungen sind nicht mehr zu erkennen. Es gibt keine Leitplanken wie auf der Autobahn. Das ist einfach zu gefährlich. Weder unsere Mitarbeiter noch die Fahrzeuge sollen im Graben landen." Ein Fahrzeug habe sich bereits an der Noltestraße festgefahren. Es konnte befreit werden.

Wo wird geräumt?

Derzeit versuchen die Stadtwerke-Teams, vor allem die Hauptverkehrsachsen einigermaßen freizuhalten. „Aber es schneit ja ununterbrochen. Das ist schon ein echtes Unwetter. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, gesteht Thomas Arning, der schon lange für die Stadtwerke tätig ist.

Die Nebenstraßen zu räumen, das würde man aktuell nicht schaffen. Probleme bereiteten am Montag auch mehrere Lkw, die sich im Bereich Weihestraße und Koblenzer Straße quer gestellt hatten. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Salzeinsatz nicht sinnvoll ist, solange es schneit.

Wichtiger Hinweis

Die Stadtwerke bitten alle Bürgerinnen und Bürger, die Notfalltelefonnummer der Wasserversorgung nur dann anzurufen, falls Probleme bei der Trinkwasserversorgung auftreten. Die Mitarbeiter dort können keine Auskunft in Bezug auf Schneeräumungen geben.

Räumpflicht beachten

Wenn es schneit, gilt eine Räumpflicht. Wer sich nicht daran hält, muss unter Umständen mit einem Bußgeld rechnen. Hausbesitzer müssen nach Angaben der Stadt Löhne tagsüber die Gehwege vor ihrem Grundstück räumen – im Zweifelsfall auch mehrmals täglich.

Beginnt es nachts zu schneien, genügt es morgens zu räumen. Fällt dagegen am Tag frischer Schnee, muss er beseitigt werden, sobald der Schneefall endet. Es gilt die Räumpflicht an Werktagen von 7 bis 22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 22 Uhr. Nach 20 Uhr gefallener Schnee ist bis 7 Uhr des Folgetages zu räumen.

Das Vernachlässigen der Räumpflicht kann teuer werden. Stürzt ein Mensch auf dem glatten Gehweg, kann er Schmerzensgeld beanspruchen. Hausbesitzer können die Räumpflicht auf ihre Mieter übertragen, wenn Mietvertrag oder Hausordnung entsprechende Vorschriften enthalten.

Die Grundregel beim Räumen lautet: Zwei Personen müssen aneinander vorbeigehen können. Bei anhaltendem Winterwetter wie jetzt türmt sich der Schnee schnell zu riesigen Haufen auf. Diese müssen am Rand des Gehweges liegen bleiben und dürfen nicht auf die Straße geschoben werden. Gullys sollten frei bleiben.

Umweltmobil fährt nicht

Der Kreis Herford weist darauf hin, dass das Umweltmobil in dieser Woche witterungsbedingt nicht nach Löhne kommt. Zudem bleiben die Deponie am Reesberg sowie das Schadstoffzwischenlager in Bünde bis einschließlich Mittwoch, 10. Februar, geschlossen. Es ist keine Abfallannahme möglich.

Vorsicht walten lassen

Feuerwehr und Rettungsdienste im Kreis rufen weiterhin dazu auf, sich dem Wetter entsprechend zu verhalten. Autofahrten und Spaziergänge sollten vermieden werden. Einzelne Äste oder Gegenstände können herunterfallen. Lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen oder Gärten sollten befestigt oder weggeräumt werden.

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