„Solidarität ist Zukunft“: Aus der Werretalhalle in Löhne werden Ansprachen zum Tag der Arbeit gestreamt

„Sozialen Berufen Stellenwert geben, die sie verdienen“

Löhne

Solidarität heißt in Pandemie-Zeiten auch: Abstand halten. Ein Grund, weshalb sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der SPD-Stadtverband Löhne dazu entschieden haben, die Maikundgebung am Tag der Arbeit in der Werrestadt abzusagen und die Ansprachen ihrer fünf Redner live zu streamen. 137 Zuschauer haben die Online-Übertragung aus der Werretalhalle mitverfolgt.

Lydia Böhne

Die Sozialdemokraten Bürgermeister Bernd Poggemöller (von links), Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze, Stadtverbandsvorsitzender Egon Schewe und Landtagsmitglied Angela Lück haben ihre Reden zum Tag der Arbeit live aus der Werretalhalle gestreamt. Foto: Lydia Böhne

„Solidarität ist Zukunft“ lautete das Motto des DGB in diesem Jahr. Zusammenhalten und Eintreten fürein­ander und für die gleichen Ziele – wenn es nach den Sozialdemokraten geht, gerade in einem weiteren Pandemie-Jahr enorm wichtig. Der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze rief dazu auf, trotz verständlicher Forderungen nach Lockerungen des Infektionsschutzgesetzes sich mit dem Gesundheitsbereich solidarisch zu zeigen: „Weitere Überlastungen des Systems dürfen wir nicht zulassen.“ Bürgermeister Bernd Poggemöller betonte, dass sich in der Pandemie die Erkenntnis durchgesetzt habe, dass menschliche Arbeit dringend benötigt wird: „Arbeit hat Zukunft.“ Zukunft, die von Arbeitgebern und -nehmern, dem Gesetzgeber und Gewerkschaften gemeinsam gestaltet werden sollte. Er warb in diesem Zusammenhang für faire Bezahlung, angepasstes Arbeitsrecht und betriebliche Mitbestimmung als Pfeiler einer Arbeit der Zukunft.

Ziele, die Stefan Schwartze auf Bundesebene verfolgt: Neben einem Bundestariftreuegesetz strebt die SPD auch eine Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro an. Es gehe um Würdigung von Arbeit, man müsse den sozialen Berufen „den Stellenwert geben, den sie verdienen“, sagte Schwartze. Um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, müssten laut des Abgeordneten auf politischer Ebene die Weichen dafür gestellt und neue Ziele definiert werden: „Die 2020er-Jahre sind vielleicht die wichtigsten Jahre für die zukünftige Richtung unseres Landes seit dem Beginn der Industriellen Revolution.“ Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Egon Schewe führte als Beispiel für ein misslungenes Führungsmanagement die Politik des Ex-US-Präsidenten Donald Trump ins Feld. Jetzt sei nicht die Zeit für Überheblichkeit und Größenwahn betonte Egon Schewe.

Laut Angela Lück habe Deutschland vor allem ein funktionierender Sozialstaat bisher durch die Krise gebracht. Er müsse daher künftig laut des SPD-Landtagsmitglieds weiter ausgebaut und gestärkt werden – auch als Fundament der Demokratie und damit als Mittel gegen Hetze und Spaltung. Angela Lück lenkte die Aufmerksamkeit außerdem auf Kinder und Jugendliche, die durch fehlende Unterstützung und technische Ausstattung schlechter durch die Krise kommen: „Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, sagte sie.

Bernd Poggemöller verwies zudem auf die Schwierigkeiten für junge Berufseinsteiger. Trotz Unterrichtsausfällen gelte es gleiche Startchancen zu schaffen und den Übergang von Schule in den Beruf zu erleichtern. „Die Ausbildungsplatzbörse STEPone findet in diesem Jahr zum Beispiel digital statt“, fügte Poggemöller hinzu.

In einer abschließenden, vorab aufgezeichneten Rede, machte DGB-Kreisverbandsvorsitzender Friedel Böhse, der parallel auf der Maikundgebung in Herford sprach, Mut: „Nächstes Jahr werden wir wieder mit vielen Menschen die Straßen füllen und das weltweit größte Fest der Solidarität feiern – und dass wir die Pandemie überwunden haben.“

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