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Trinkwasserknappheit beschäftigt jetzt auch Bezirksregierung – Keine Soforthilfe in Sicht

»Spitzenbedarfe bleiben problematisch«

Löhne/Bad Oeynhausen (WBZ). Die schlechte Nachricht: Die Lage bezüglich des Trinkwassers in Löhne und Bad Oeynhausen bleibt angespannt, es herrscht weiter Knappheit . Die gute Nachricht: Umliegende Kommunen und Wasserverbände könnten Hilfe leisten – sofern die Bezirksregierung zustimmt.

Sonja Gruhn

Solch ein Lastzug mit Trinkwassertanks könnte im Notfall vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) eingesetzt werden. Per Lastwagen könnte das DRK auch Trinkwassercontainer an die Verteilungsstellen bringen. Das Wasser kann mit Hilfe von Zapfhähnen entnommen werden. Foto: DRK

Wie diese Hilfe aussehen kann, darüber haben sich die Bürgermeister der betroffenen Städte Löhne, Bernd Poggemöller sowie dessen Stellvertreter Georg Busse, und Bad Oeynhausen, Achim Wilmsmeier, mit Fachleuten des Wasserwirtschaftsdezernats der Bezirksregierung Detmold sowie Vertretern des Gesundheitsamtes Herford, der Stadtwerke Bad Oeynhausen, des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Am Wiehen, vertreten durch Bernd Poggemöller als Verbandsvorsteher, des WBV Herford-West sowie einem Hydrogeologen ausgetauscht.

»Zum einen ging es darum, wie es gelingt, die Jahresmenge von 300 000 Kubikmetern Wasser zu erreichen«, sagte Poggemöller. Angedacht sei, 140 000 Kubikmeter durch Weiterleitung des Verbundes Preußisch Oldendorf und der Stadtwerke Bielefeld zu erzielen. »160 000 Kubikmeter sollen zusätzlich gefördert werden vom WBV Herford-West durch das Wasserwerk Preußisch Oldendorf-Hedem.«

Erhöhte Fördermenge steht unter Vorbehalt

Die erhöhte Förderung stehe allerdings unter dem Vorbehalt, dass zum einen die Verbandsmitglieder dieser zustimmen. Ebenso müsse die Bezirksregierung der erhöhten Grundwasserentnahme zustimmen. Die Gespräche, um die Fördergrenze am Tag um 2800 Kubikmeter nach oben zu setzen, liefen derzeit. Dies wiederum setze einen Antrag, der unter Hochdruck vorbereitet werde, und ein Verfahren voraus. Die Bezirksregierung habe ein beschleunigtes Verfahren zugesagt. »Diese Maßnahmen dürften ausreichen, um die Jahresmenge in der Summe auszugleichen«, sagte Poggemöller. Er gehe davon aus, dass dahingehend in den kommenden ein bis zwei Wochen etwas passiert.

Weiter ging es in dem Gespräch um eine mittelfristige Lösung, bei der der WBV Am Wiehen sowie die Stadtwerke Bad Oeynhausen dazu angehalten sind, Ressourcen durch eigene Förderungen zu erschließen oder durch die Erweiterung des Netzes mehr Reserven zu haben. »Konkrete Projekte werden derzeit auf Kosten und Realisierbarkeit geprüft«, sagte Poggemöller. Laut Mitteilung der Bezirksregierung werde der Neubau einer etwa drei Kilometer langen Leitung nach Vlotho geprüft. Die Stadtwerke Bad Oeynhausen prüfen demnach Standorte für weitere und zusätzliche Brunnen.

Unnötigen Wasserverbrauch einschränken

»Nach wie vor sehe ich die Spitzenbedarfe wie in den vergangenen Tagen als problematisch an. Es geht nicht ohne sparsames Verwenden des Trinkwassers . Ich bleibe deshalb bei meinem Appell, ganz dringend gerade dann beispielsweise auf den Verbrauch durch Bewässern von Gärten, Befüllen von Pools oder das Waschen von Autos zu verzichten.« Bevor in Gewerbebetriebe eingegriffen werde, müsste Wasserverbrauch, der nicht dringlich ist, reduziert werden. »Bei der Bewässerung von Gärten macht es im Vergleich die Summe aus«, sagt Poggemöller. Dem Appell schloss sich Achim Wilmsmeier an. Er betonte zudem, wie wichtig auch weiterhin der Zusammenhalt sei.

Für heute sei eine außerordentliche Vorstandssitzung des WBV Am Wiehen anberaumt, in der weitere Maßnahmen abgestimmt werden sollen. Sollten die wiederholten Appelle zur Sparsamkeit keinen Erfolg zeigen, seien möglicherweise auch Geldstrafen denkbar. »Sinkt der Pegelstand des Trinkwassers auf einen Meter, werden wir agieren«, fügt er hinzu. Dazu sei bereits ein Stab für außergewöhnliche Einsätze und eine technische Einsatzleitung gebildet worden, bestehend aus Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, dem Gesundheitsamt des Kreises Herford sowie der Wirtschaftsbetriebe, dem Ordnungsamt und der Pressestelle der Stadt Löhne.

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