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Entleerung der Restmülltonnen wird teurer – Video-Überwachung markanter Stellen ist nicht so einfach machbar

Stadt geht gegen Umweltsünder vor

Löhne

Die Müllentsorgung in Löhne wird ab dem kommenden Jahr teurer. Spüren werden das die Haushalte bei den Gebühren für die Entleerung ihrer Restmülltonnen. Glücklich zeigte sich im Finanzausschuss niemand über diese Entscheidung, aber unumgänglich war sie nach Einschätzung aller Ratsmitglieder.

Wilhelm Adam

Für das Abholen und Beseitigen des Restmülls müssen die Bürger in Löhne künftig tiefer in die Tasche greifen. Foto: dpa/Fabian Strauch

Einstimmig fiel daher ihr Beschluss zur „Änderungssatzung der Abfallgebührensatzung“. Schuld daran seien vor allem illegale Müllablagerungen, wie SPD-Fraktionschef Wolfgang Böhm verärgert feststellte. Erschreckend sei vor allem der viele „wilde Müll“ wegen „irgendwelcher Hanseln, die nicht wissen, was sie anstellen“.

Dies sei „eine Sauerei – und wir müssen das bezahlen.“ Wie es an Containern aussehe, sei oftmals „eine Katastrophe“, ergänzte ein weiteres Ratsmitglied und betonte: Wie manche „Autobahnauffahrten zustehen“, das sei schon „zum Erbrechen“.

„Das ist eine Sauerei“

Sündern gehe die Stadt zwecks Bestrafung selbst mit Hilfe zerrissener Kontoauszüge nach, sofern diese gefunden würden, betonte Bürgermeister Bernd Poggemöller. Die Kontrollen markanter Stellen auch mit Hilfe von Video-Überwachung zu optimieren, sei aber „wegen datenschutzrechtlicher Bedenken“ sehr schwierig.

Angehoben werden ab kommenden Jahr vor allem die Gebühren für die Restmüll-Tonnen mit einem Fassungsvolumen von 80 Litern. Bezahlten Haushalte dieses Jahr für deren Entsorgung alle zwei Wochen eine Jahresgebühr von insgesamt 70 Euro, sollen es 2021 etwa 16 Euro mehr sein.

Bei monatlicher Leerung steigt der Betrag von etwa 35 auf rund 43 Euro. Die Grundgebühr sowie die Beträge für die Entsorgung von Bio-Tonnen oder Sperrmüll bleiben laut Beschluss unverändert.

Verträge laufen aus

Zudem laufen Ende 2023 die Verträge mit Müllentsorgern aus. „Im Rahmen dieser Aufgabenerfüllung bedient sich die Stadt Löhne gegenwärtig verschiedener Dienstleister, die regelmäßig mittels Vergabeverfahren für Zeiträume von zwei bis sieben Jahren transparent und diskriminierungsfrei ausgewählt werden“, hieß es.

Nun soll die Löhner Stadtverwaltung nach einstimmigem Wunsch der Ausschussmitglieder einen neuen Beschlussvorschlag unterbreiten, wie neben Wirtschaftlichkeit dabei auch Herausforderungen wie umweltverträgliche Abwicklung und sozial gerechte Abrechnung zukünftig noch besser berücksichtigt werden können.

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