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Familie Fleischer aus Obernbeck bietet Transport-Service für Hunde und andere Kleintiere an

Tier-Taxi gefällig?

Löhne (WB). Der Hund ist krank, Herrchen und Frauchen müssen arbeiten – was nun? Kein Problem – denn seit gut zwei Wochen gibt es einen Taxi-Service für Tiere in Obernbeck. Und nicht nur der beste Freund des Menschen wird transportiert – auch Schlangen, Fische oder weitere Kleintiere bringt Familie Fleischer zum Tierarzt oder bei Bedarf auch an andere Orte.

Sonja Gruhn

Eine Rampe erleichtert es kranken oder älteren Tieren, in das Fahrzeug einzusteigen, wie Karsten Fleischer es hier vorführt. Nach dem Transport von kranken Tieren steht eine entsprechende Reinigung an, um eine Ansteckung zu vermeiden. Foto: Sonja Gruhn

Mit ihrem Tierservice, der auch Betreuung, Pflege, Beratung, Erziehung und Gassigehen umfasst, haben die Fleischers ihr Hobby jetzt zum Beruf gemacht. »Schon seit 16 Jahren helfen wir mit Pflegestellen aus, unter anderem für die Tierrettung in Herford«, sagt Karsten Fleischer (43). Unterstützt wird er von seiner Frau Anja (43) und Tochter Ann-Christin (20), die mindestens ebenso ein Faible für Tiere haben, wie er selbst. »Wir haben auch immer wieder Hunde aufgenommen, wenn Freunde von uns in den Urlaub fahren wollten. In letzter Zeit häufte sich das«, sagt Karsten Fleischer.

Ein schöner Ausgleich

2014 musste der Immobilienkaufmann aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf aufgeben. Neben den vier eigenen Hunden tummelten sich somit immer auch einige Pflegehunde im Hause Fleischer. »Als ich noch berufstätig war, ist das immer ein schöner Ausgleich für mich gewesen, mit den Tieren spazieren zu gehen«, sagt der Löhner, der mit seiner Familie seit 2007 naturnah am Piperkamp wohnt.

Den Anstoß dazu, einen Tier-Service aufzubauen, hatten die Ärzte in der Tierklinik Quernheim gegeben. Dabei beschränke sich das Angebot nicht allein darauf, die Tiere zu dem jeweiligen Tierarzt zu bringen, während der Behandlung dort zu bleiben und sie wieder zurückzubringen. Es werde auf Wunsch auch nach der Behandlung weiter betreut und versorgt. »Wir holen auch Medikamente ab, wenn die Besitzer keine Zeit haben oder selbst krank sind. Rund um die Uhr, also auch nachts.« Um die Verfügbarkeit gewährleisten zu können, erhalten die Fleischers Hilfe von Freunden. »Zwei Leute stehen immer zur Verfügung, bis zu sechs sind es im Höchstfall.«

Während einige Tiere über mehrere Tage oder gar Monate bei der Familie in Pflege sind, bleiben andere täglich nur für einige Stunden. Bei den Fleischers ist Familienanschluss angesagt, deshalb wird auch auf die Verträglichkeit Wert gelegt. »Hunde kommen bei uns nicht in den Zwinger, sie können sich frei mit unseren Hunden bewegen und auch raus in den Garten.« Dort können sie mit Ann-Christin Fleischer toben und spielen. »Meistens spielen sie aber miteinander«, sagt die angehende Hotelfachfrau. Gerade durch den Umgang mit ihren Artgenossen funktioniere das Zusammenleben sehr gut. »Die Hunde erziehen sich gegenseitig«, sagt Karsten Fleischer. Kranke Tiere würden selbstverständlich separat gehalten. Ebenso wenn es doch zu Spannungen zwischen den Vierbeinern komme. Eine weitere Möglichkeit für die Besitzer sei es, die Tiere in ihrem eigenen Zuhause versorgen zu lassen. Die Tiere in Pension zu nehmen, sei allerdings nicht das Hauptziel. Der Schwerpunkt liege neben dem Taxi- auf dem Gassi-Service, der besonders von Berufstätigen gut angenommen werde. Dabei kann auch gleich das an der Leinegehen trainiert werden.

Keine Kampfhunde

Es gibt allerdings auch Einschränkungen: »Kampf- und Listenhunde nehmen wir nicht, auch wenn die meisten lieb sind. Aber man wird beim Gassigehen regelrecht von anderen Hundehaltern angefeindet.« Die zu betreuenden Tiere müssen geimpft und sollten versichert sein. »Zur eigenen Absicherung sind die Tiere in unserer Obhut aber auch automatisch versichert«, sagt Karsten Fleischer.

Ihr Wissen in puncto Erziehung haben die Fleischers sowohl in Hundeschulen aber auch durch die jahrelange Erfahrung erworben, wie sie selbst sagen. »Angst- und Problemhunde sind dabei so ein bisschen unser Steckenpferd.« Ebenso steht die Familie mit Rat zur Seite, wenn es um die Anschaffung eines Tieres geht.

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