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Löhner Kirchengemeinden organisieren ökumenischen Autogottesdienst via Hörfunk

Vier Reifen für ein Halleluja

Löhne (WB). Bei Gewitter ist das Auto ja bekanntlich ein sicherer Ort. Nun sollen sich die Löhner Gläubigen bei einem Autogottesdienst in ihrem fahrbaren Untersatz bestmöglich gegen das Coronavirus geschützt wissen.

Louis Ruthe

Erstmalig haben die Löhner Kirchengemeinden einen Autogottesdienst organisiert. 120 Autos haben auf dem Parkplatz des Modehauses des Marienfelder Bekleidungsunternehmens Bruno Kleine Platz. Jeweils eine Parklücke soll zwischen den Wagen Platz gelassen werden. Foto: Louis Ruthe

Traditionell organisieren die evangelischen, freikirchlichen und katholischen Gemeinden in Löhne an Pfingsten einen ökumenischen Gottesdienst mit vielen Gläubigen – in Zeiten von Corona-Schutzverordnungen jedoch in einer Kirche nicht denkbar. Deshalb wird am Pfingstmontag, 1. Juni, von 9.30 Uhr an im Auto auf dem Parkplatz des Marienfelder Bekleidungsunternehmens Bruno Kleine gemeinsam gefeiert.

„Bis zu 120 Autos können wir hier unterkriegen“, sagt Peter Außerwinkler, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Löhne-Ort. Gemeinsam mit den Kollegen der Löhner Kirchengemeinden hat er den Gottesdienst organisiert. Doch ganz ohne Vorschriften geht es trotzdem nicht.

So dürfen in einem Wagen nur Personen sitzen, die als Verwandte erster Linie gelten oder Geschwister, Ehegatten sowie Lebenspartner sind. „Zudem ist es möglich, dass Personen aus zwei Haushalten in einem Wagen sitzen“, berichtet Uwe Stintmann, Pfarrer der Kirchengemeinde Gohfeld. Auch minderjährige und unterstützungsbedürftige Gläubige dürfen in Begleitung kommen.

Predigt via Hörfunk

„Wichtig ist, dass an dem Gottesdienst nur teilgenommen werden kann, wenn man in einem Auto sitzt“, sagt Peter Außerwinkler. Von 8.45 Uhr an werden die ersten Gläubigen mit ihrem Auto auf den Parkplatz gelassen. „Ehrenamtliche weisen die Teilnehmer ein“, sagt Uwe Stintmann. Von 9.30 Uhr an soll dann mit dem Gottesdienst bekommen werden.

„Bislang sieht es so aus, dass es an Pfingsten schon in den Morgenstunden um die 18 Grad seien sollen“, sagt Peter Außerwinkler. Damit die Teilnehmer nicht in ihren Autos köcheln, wollen die Organisatoren mit der frühen Gottesdienstzeit „der Sonne etwas aus dem Weg gehen“.

Der Gottesdienst soll etwa 30 bis 40 Minuten dauern. Via Hörfunk können die Teilnehmer die Predigt von Peter Außerwinkler und Harald Ludewig verfolgen. „In der Predigt wird das Auto auch eine Rolle spielen“, verrät Außerwinkler. Über die Ukw-Frequenz 88,5 MHz sind die Löhner Pfarrer dann in einem Umkreis von bis zu einem Kilometer zu hören.

Spargelstand öffnet später

„Das Schöne ist, dass jeder in seinem Auto lauthals mitsingen darf“, sagt Kai Sundermeier, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Mennighüffen. Denn neben der Predigt wird es eine Vorsängerin geben. Auf einen Posaunenchor verzichten die Organisatoren jedoch. „Die Qualität der Übertragung würde dann zu sehr leiden“, sagt Peter Außerwinkler. Er sei gespannt, wie die Löhner das neue Angebot wahrnehmen würden.

600 Euro nehmen die Kirchengemeinden für die Technik in die Hand – 500 Euro kostet die Tages-Frequenz, 150 Euro der Sender. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Kollekte an der Ausfahrt soll dem Giraffenland zu Gute kommen. Eine Toilette wird es vor Ort nicht geben. Zudem öffnet der Spargelstand erst nach dem Gottesdienst.

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