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»Queenz of Piano« überzeugen mit virtuosem Konzert in ausverkaufter Werretalhalle

Von Beethoven bis Bobby FcFerrin

Löhne (WB). Mit einem sprudelnden Mix aus Klassik und Pop haben die »Queenz of Piano« den Zuhörern in der Werretalhalle einen unterhaltsamen Samstagabend bereitet. Die beiden Pianistinnen zeigten sich nicht nur virtuos im Klavierspiel, auch als Sängerinnen und charmante Moderatorinnen konnten sie überzeugen.

Gabriela Peschke

Von laut und fetzig bis einfühlsam: Das Programm des Duos »Queens of Piano« ist abwechslungsreich. Kurz vor der Pause begeistert Ming die Zuschauer mit einem »blind play« am Flügel, bei dem sie rückwärts liegend einen Boogy-Woogy spielt. Foto: Gabriela Peschke

»Unser Programm heute heißt ›verspielt‹«, sagte Jennifer Rüth zu Beginn und Ming

ergänzte: »In der Klassik bedeutet dies, dass man einen Fehler gemacht hat. Im Jazz hingegen bedeutet es, dass man improvisiert«. Die Zuhörer lachten, und das sollte den ganzen Abend so weitergehen. Denn die beiden Damen hielten in ihrer Moderation manches bereit, was die Zuschauer amüsierte. »Stellen Sie sich vor, wie ›Nirvana‹ geklungen hätte, wenn Kurt Cobain ein Buddy von Johann Sebastian Bach gewesen wäre. Oder was der Einfluss des Ragtimes aus Mozarts ›Türkischem Marsch‹ gemacht hätte«, witzelte Jennifer Rüth.

Klassik, Jazz, Charts und eigene Kompositionen

Das musikalische Programm ließ nach dieser Ankündigung keine Erwartungen offen. Denn die »Queenz of Piano« zeigten die ganze Bandbreite von der Klassik bis zum Jazz, Pop, Rock, Blues, Boogy-Woogy und mehr. Zeitgenössische Charts wechselten sich mit eigenen Kompositionen ab. Vor allem mit eigenen Interpretationen. Denn wer hatte schon einmal eine Verquickung aus Beethovens »Ode an die Freude« und Pharrell Williams »Happy« gehört?

Beinahe spielerisch verstanden es die beiden Pianistinnen, ihrem klassischen Klavierspiel einen neuen Spin zu verpassen, wodurch  ihre Präsentation ein wenig den Touch eines Pop-Konzerts bekam. Denn bisweilen ging es laut und fetzig zu, so als Ming rückwärts auf dem Klavierhocker liegend einen rasenden Boogy-Woogy spielte. An anderer Stelle zeigte Jennifer Rüth, wie einfühlsam sie Stimmungen an ihrem Klavier abbilden kann, mit ihrer eigenen Komposition »On the Fly«.

Mehr noch: Das Klavier  wurde auch zum Percussioninstrument. Rüth trommelte auf dem Deckel des Flügels oder zupfte die Saiten von Hand wie bei einer Zither.

»Musik kann wunderbar Gefühle transportieren«

»Musik kann wunderbar Gefühle transportieren«, warf  Ming dem Publikum entgegen, und es folgte ein Medley von Bobby McFerrins »Don`t worry, be happy« bis zu Beethovens »Wut über den verlorenen Groschen«. Das Publikum feierte die Pianistinnen für ihre Virtuosität am Instrument mit immer wieder spontanem Applaus. Auch ließen sich die Zuschauer einladen, mit zu klatschen und zu singen. So auch beim Skat-Singing, einem Wechselgesang zwischen Künstler und Publikum.

Neben zahlreichen amüsanten Anmoderationen ihrer Darbietungen (»Stellen Sie sich mal ›Smoke on the water‹ auf einer Blockflöte vor«) zeigten sich die Künstlerinnen auch von einer ernsten Seite. Als Jennifer Rüth über das Verschmelzen der Kulturen in der Musik sprach, wurde sie auch politisch. Im Blues sei dies vorbildlich gelungen, sagte sie. »Aber leider gibt es auch Bestrebungen, die Vielfalt der Musik auf nur drei Töne zu reduzieren: A-F-D«, fügte sie hinzu.

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