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Chefarzt Dr. Ulf Schmerwitz aus Bünde gibt in Löhne Tipps für mehr Lebensqualität

Was gegen Knieschmerzen hilft

Löhne (WB). Schmerzen im Knie können den Alltag auf Dauer belasten. Welche Möglichkeiten es für mehr Lebensqualität gibt, hat Dr. Ulf Schmerwitz, Chefarzt der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie im Lukas-Krankenhaus in Bünde, bei einem Gesundheitsvortrag der Reihe Seniorengesprächskreis im VHS-Forum rund um das größte Gelenk im menschlichen Körper aufgezeigt. Eingeladen hatte dazu der Seniorenbeirat der Stadt Löhne.

Lydia Böhne

Ein Arzt hält eine Knieprothese. Die Haltbarkeit solcher künstlichen Gelenke schätzt Dr. Ulrich Schmerwitz auf 15 Jahre. „Aber das ist individuell“, sagt der Chefarzt der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie am Lukas-Krankenhaus in Bünde. Fotos: dpa, Lydia Böhne Foto:

Ursächlich für den Knieschmerz ist laut Ulrich Schmerwitz in vielen Fällen die Belastung von Menisken und Knorpelkeilen und die daraus resultierende Arthrose. Die Experten sprechen von einer primären und einer sekundären Arthrose. Die primäre Arthrose bezeichnet einen Verschleiß mit unklarer Ursache, die zweite Variante ist beispielsweise auf eine Verletzung oder eine Achsfehlstellung zurückzuführen.

Die Schmerzen

Wie schnell ein unbehandelter Schmerz das Leben beeinträchtigen kann, skizziert Ulrich Schmerwitz: „Wir haben einen Knorpelschaden, der zu einer Entzündung führt, weshalb der Patient eine Schonhaltung einnimmt. Der Knorpel wird dadurch nicht mehr ernährt und der Schaden verschlimmert sich und führt zu weiteren Schmerzen.“

Was tun?

Was ist also möglich, um den Teufelskreis zu unterbrechen? Auch konservativ, also ohne Operation bereits eine ganze Menge, wie die Vortragsgäste erfahren: beispielsweise Hyaluron- oder Cortisonspritzen oder Nahrungsergänzungsmittel, die Verödung der Gelenkinnenhaut oder entzündungshemmende Salben oder Tabletten sowie Krankengymnastik.

Manchmal muss eine OP sein

Manchmal ist eine OP aber nicht unumgänglich, beispielsweise bei Fehlstellungen. Dr. Ulrich Schmerwitz hat den Anwesenden verschiedene Eingriffe aufgezeigt: den Kniegelenksersatz durch eine Schlitten- oder eine Vollprothese, die Oberflächenprothese, die die gesamte Oberfläche des Knies ersetzt oder eine gekoppelte Prothese, bei der in Falle von zerstörten Bänder Ober- und Unterschenkel verbunden werden.

Die Techniken

Beim Einsetzen vertraut die Chirurgie auf modernste Technik: „Durch die Computernavigation wird das Bein während der OP vermessen. Der Orthopilot ist auf einen Grat genau“, erläutert Ulf Schmerwitz.

Der Weg ins Krankenhaus

Um in der Abteilung des Lukas-Krankenhauses behandelt zu werden, benötigen Patienten eine Überweisung von Chirurgen oder einem Orthopäden. „Die bloße Überweisung vom Hausarzt reicht leider nicht aus“, ergänzt Ulf Schmerwitz. Etwa 300 Knieprothesen werden laut des Experten pro Jahr im Bünder Lukas-Krankenhaus eingesetzt.

Wie es weitergeht

Die Haltbarkeit schätzt der Chirurg auf etwa 15 Jahre, „aber das ist individuell“, fügt Ulrich Schmerwitz hinzu. Auf die Operation folgt dann eine ambulante oder stationäre Reha. Auch wenn die Operation vieles verbessert, stellt der Chirurg fest: „Ein gesundes Kniegelenk kann nichts ersetzen.“

Vorbeugen!

Um Knieschmerzen vorzubeugen, sollte man laut des Experten Sport treiben, der Druck auf dem Knie vermeidet. Dazu zählen zum Beispiel Schwimmen, Radfahren oder Walken. Aber Achtung: „Wer es mit dem Sport übertreibt, geht auch ein erhöhtes Verschleiß-Risiko ein“, mahnt Ulrich Schmerwitz. Ein Knacken im Knie, das nicht von Schmerzen begleitet ist, sei kein Grund zur Sorge, gibt der Chefarzt Entwarnung. Es handele sich dabei bloß um Unregelmäßigkeiten, die vorkommen können.

Der nächste Termin

Am Mittwoch, 4. November trifft sich der Seniorengesprächskreis erneut im VHS-Forum im Untergeschoss der Werretalhalle. In der Zeit von 10.30 bis 12 Uhr stellt sich der Hospizkreis Löhne vor. Der Eintritt ist kostenlos.

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