1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Loehne
  6. >
  7. Werretalschule soll neu genutzt werden

  8. >

Löhner Jugendamt will Ressourcen bündeln und neue Schwerpunkte setzen

Werretalschule soll neu genutzt werden

Löhne (WB). Die gesamte kommunale Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Löhne hat auf dem Prüfstand gestanden. Gaby Schewe-Ekamp und Nicole Schröder von der Verwaltung haben dem Jugendhilfeausschuss in seiner jüngsten Sitzung die Ergebnisse ihrer detailreichen Analyse vorgestellt. Ergebnis: Eine umfangreiche Restrukturierung ist angedacht.

Gabriela Peschke

In der ehemaligen Werretalschule ist ein sogenanntes Zentrum für Kinder-, Eltern- und Familienarbeit angedacht. Dafür soll das Raps in Mennighüffen geschlossen werden. Foto:

Es ging nicht um die Angebote freier Träger, sondern um die städtischen Einrichtungen Riff, Raps, Inkis und Jugendkunstschule, um die Schulsozialarbeit sowie um Bildung und Teilhabe. Geprüft wurde, inwieweit das vielseitige stadtweite Angebot weiterhin bedarfsgerecht ist und ob die jeweiligen Rahmenbedingungen auskömmlich sind.

Raps in Mennighüffen soll eventuell geschlossen werden

Klare Bilanz von Schewe-Ekamp und Schröder: Das Angebot ist leistungsstark, erfreut sich hoher Nachfrage. Doch die vorhandenen Ressourcen könnten effektiver eingesetzt und Prozesse optimiert werden. Stärkere Kundenorientierung, verbesserte Außendarstellung und Kommunikation der eigenen Leistungen würden in Zukunft immer wichtiger, so die Mitarbeiterinnen des Jugendamts. Außerdem zeichne sich ein zunehmender Bedarf an Angeboten für die Altersgruppe Jugendlicher von 14 Jahren (Ü14) an ab, der planerisch berücksichtigt werden müsse. Es soll also Veränderungen geben. Allerdings, so Nicole Schröder, stellten die fehlende Planungssicherheit bei der Schulsozialarbeit und die Klärung der räumlichen Situation eine deutliche Herausforderung dar.

Zunächst ist ein sogenanntes Zentrum für Kinder-, Eltern- und Familienarbeit an der ehemaligen Werretalschule angedacht. Hier sollen Angebote gebündelt und zentral stadtnah angeboten werden. Auch die Zusammenführung von verschiedenen Mitarbeitern „unter einem Dach“ sei erstrebenswert, sagte Schröder weiter. Nicht zuletzt die Turnhalle und der Außenbereich machten das Gelände an der Werretalschule attraktiv.

Dafür soll das Raps in Mennighüffen/Ostscheid gegebenenfalls geschlossen werden. Die Gründe liegen, so Schröder, hauptsächlich in der Baufälligkeit des Gebäudes und in der schwierigen Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Allerdings solle das pädagogische Angebot des Raps dann über das neue Zentrum weitergeführt werden.

Das Riff in der Werretalhalle soll erhalten bleiben und als zen­trale Einrichtung für Kinder- und Jugendarbeit umfassender konzipiert werden. Man rechne mit Synergien bei Angeboten und Personaleinsatz, hieß es von den Verantwortlichen.

Personalschlüssel ist noch von 1989

Um das Angebot „Ü14“ bekannter zu machen, sollen Jugendtreffs etabliert werden: in Mennighüffen (um den Wegfall des Raps zu kompensieren) und in Gohfeld am Schulzentrum. Dort sind die Räume der Bücherei-Zweigstelle dafür im Gespräch. Stephanie Held, Schulleiterin der Grundschule Melbergen-Wittel, äußerte Bedenken zum Wegfall der Bücherei, die derzeit fest in das Schulprogramm integriert sei. Dem stellte Nicole Schröder entgegen, dass es umfangreiche Prüfungen hinsichtlich des Standorts gegeben habe und ein Jugendtreff in ortsnaher Anbindung ans Schulzentrum aus unterschiedlichen Gründen angezeigt sei. Ein Ersatz für den eventuellen Wegfall der Bücherei-Filiale wurde nicht ausgeschlossen.

Viel Zuspruch gab es für die detailreichen Ausführungen der Verantwortlichen und die erkennbare neue Linie, die auf Zentralisierung und Ressourcenbündelung setzt. Allerdings monierte Stephie Karger (Die Linke), dass der „historische Personalschlüssel“ von 1989 immer noch als richtungweisend angesehen werde. Das Konzept sieht derzeit keine personelle Aufstockung vor.

Der Ausschuss-Vorsitzende Egon Schewe nahm den Zuspruch der Anwesenden als positives Signal, mit dieser Gestaltungsvorlage im nächsten Jahr an den Rat heranzutreten.

Startseite