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Stadt Löhne weist auf Bestimmungen für das Manövrieren der Müllwagen hin

Wie geht’s vorwärts beim Rückwärtsfahren?

Löhne (WB). Ein Entsorgungsfahrzeug soll aus Sicherheitsgründen seine Touren möglichst vorwärts abfahren. Doch nicht immer ist das möglich. Der Rat hat sich in seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch mit gefährlichen Rückwärtsmanövern von Müllwagen befasst. Dabei hat die Verwaltungsvorlage gezeigt, dass es nicht so leicht vorwärts geht in Sachen Rückwärtsfahren.

Gabriela Peschke

Es gibt durchaus Straßen, die so schwer zu befahren sind, dass die Anwohner ihre Tonnen zu Sammelplätzen bringen – und zwar, um das Rückwärtsfahren von Müllwagen zu vermeiden. Denn damit sind erhebliche Risiken verbunden, wie jetzt dargestellt wurde. Foto: dpa

Die Müllentsorgung an den mehr als 700 Straßen im Stadtgebiet ist für den Bürger in der Regel ein problemloser Ablauf: Zu festgelegten Terminen werden die unterschiedlichen Entsorgungsbehälter zuverlässig entleert. Einziger Aufwand: Tonne rausstellen.

Sammelplätze die Zukunft?

Doch ganz so läuft es leider nicht überall. Denn es gibt durchaus Straßen, die so schwer zu befahren sind, dass die Anwohner ihre Abfallbehälter zu Sammelplätzen bringen – und zwar, um das Rückwärtsfahren von Müllwagen zu vermeiden. Denn damit sind erhebliche Risiken verbunden, wie in der Ratssitzung dargestellt wurde.

Hintergrund ist die so genannte Branchenregel für die Abfallsammlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, die bestimmte Gefährdungen in der Entsorgung klassifiziert. Sie sieht vor, das Rückwärtsfahren weitgehend zu vermeiden.

Dafür wären bei Bedarf sogar Veränderungen im Straßenverlauf vorzunehmen, wie zum Beispiel der Rückschnitt von Bewuchs oder das Beseitigen von Durchgangspfosten. Ist das Zurücksetzen unvermeidbar, darf unter anderem die Strecke nicht länger als 150 Meter sein, ein Sicherheitsabstand auf beiden Seiten ist zwingend erforderlich und niemand darf sich im Gefahrenbereich des Fahrzeugs befinden.

160 Straße betroffen

Im Juni 2019 haben die zur kommunalen Abfallsammlung beauftragten Entsorger, die Firma PreZero mit Sitz in Porta Westfalica und das Löhner Unternehmen Paul Schulten + Sohn, so genannte Gefährdungsbeurteilungen für die Straßen vorgelegt, wo eine Leerung der Abfallbehälter eben genau nur durch das rückwärtige Einfahren der Sammelfahrzeuge möglich ist. Das betrifft insgesamt 160 Straßen in Löhne.

Sie alle überschreiten eine kritische Gesamtlänge oder unterschreiten eine Mindestbreite. Oder sie sind durch andere Hindernisse wie Kurven, Bewuchs oder eine ungünstige Parksituation gekennzeichnet.

Für die Hälfte dieser Straßen und damit für rund 500 Anliegergrundstücke ist bisher noch keine Lösung gefunden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, fehlen Wende- und Durchfahrtsoptionen. Die Möglichkeit zum Entgegenbringen der Abfallbehälter, zum Beispiel an die nächste Straßeneinmündung, wird von der Verwaltung als kritisch angesehen. Eine eventuelle Verkehrsbehinderung durch die Tonnen oder unzumutbare Distanzen stünden einer solchen Option entgegen, hieß es in den Ausführungen.

Auch die Anschaffung eines kleineren und somit wendigeren Müllfahrzeugs entfällt – aus Kostengründen. An einer umfassenden Lösung werde derzeit noch gearbeitet, teilte die Verwaltung mit.

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