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Viel zu tun in der Löhner Schäferei Stücke: Noch bis März kommen die Lämmer auf die Welt

Willkommen im Kindergarten

Löhne-Gohfeld

Die Schäfer sprechen vom Kindergarten in der Stallmitte. Eigentlich gibt es mehrere dieser rechteckig abgesperrten Bereiche, dick mit Stroh gepolstert. Und selbst das ungeschulte Auge sieht, dass die Lämmer, die sich zusammen mit den Müttern in ihrem jeweils abgesperrten Stallteil aufhalten, unterschiedlich groß sind.

Andrea Berning

Beschützt von ihren Müttern erkunden die kleinen Lämmer im Kindergarten, einem größeren Areal in der Stallmitte, ihre kleine Welt. Foto: Andrea Berning

Seit der ersten Januarwoche werden neue Lämmer in der Schäferei Stücke geboren, und das wird auch noch bis März so weitergehen. Michael Stücke und Jochen Klinge, die beiden Schäfer, halten unterschiedliche Rassen. Die Bentheimer Schafe machen den Anfang, dann folgen Suffolk- und Zwartbless-Schafe, bevor zum Schluss die kleinen Heidschnucken zur Welt kommen.

Wann das passiert, ist für die Schäfer übrigens keine Überraschung: „Fünf Monate minus eine Woche“, so rechnet Jochen Klinge vor, dauert so eine Schwangerschaft bei einem Schaf. Und da der Zuchtbock kontrolliert zu den Schafen gelassen wird, die durch das abnehmende Tageslicht im Herbst brünstig geworden sind, lässt sich auch gut ausrechnen, wann die Geburten anstehen.

Bis Dezember draußen

Den Stall an der Häger Straße auf dem Wittel kennen die Schafe der Schäferei Stückenur im Winter. Bis Dezember, wenn es mild genug ist, bleiben sie draußen auf den Weiden.

Auf einigen Flächen sind sie auch „im Auftrag des Kreises Herford“ im Einsatz und betreiben Landschaftspflege: Sie halten in ökologisch wertvolle Gebieten den Pflanzenbewuchs kurz und verhindern, dass Büsche und Sträucher wachsen können.

Oft machen die Schäfer jetzt Kontrollgänge durch den Stall, auch noch spät am Abend. Wenn eine Geburt stattgefunden hat, werden Mutter und Lämmer in den sogenannten Kreißsaal gebracht, abgesperrte kleine Bereiche, die bei Bedarf mit Wärmelampen zusätzlich beheizt werden können.

Hier haben die Schafe ihre Ruhe, die Lämmer erleben ihre ersten Stunden auf dieser Welt ungestört und „hier entsteht auch die Bindung zwischen Mutterschaf und Lamm“, weiß Jochen Klinge. Dann gibt es schnell innerhalb der nächsten Stunden Ohrmarken, Impfung und Vitamine, bevor einige Tage später der Umzug in den besagten „Kindergarten“ ansteht.

Meistens kommen Zwillinge

In der Regel bringen Schafe Zwillinge zur Welt. Wenn ein Schaf zum ersten Mal trächtig ist, wird oft nur ein Lamm geboren. Von Drillingen oder Vierlingen sind die Schäfer gar nicht begeistert, denn die Mutter hat nur zwei Zitzen. Für sie wird die Aufzucht des Nachwuchses dann sehr anstrengend.

Über die munteren Jungtiere herrscht Freude in der Schäferei, die Zeit der Geburten ist jedoch nicht einfach. Viele Überraschungen bringt sie jedoch nicht mehr für die Landwirte: „Ich kann allerdings bestätigen, dass bei Vollmond mehr Lämmer geboren werden. Warum das so ist, wissen wir aber nicht“, sagt Jochen Klinge.

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