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Kundgebung gegen den Artenschwund der ostwestfälischen Kreisgruppen

NABU-Großdemo in Herford mit rund 150 Teilnehmern

Herford

Mehr als 100 Demonstranten sind am Samstagnachmittag in Herford auf die Straße gegangen, um ein Signal an die Politik zu senden: Sie soll sich stärker mit dem Thema Artenschutz befassen. Das wünscht sich der Nabu und lud unter dem Motto "Bald wech" zur Groß-Demo.

Von Thomas Meyer

30.04.2022, Herford, Die Nabu-Kreisverbände aus Herford, Bielefeld, Paderborn, Lippe, Gütersloh und Minden-Lübbecke haben sich zu einer Groß-Demonstation in Herford getroffen. Nabu Groß-Demo Klimaschutz Foto: Thomas Meyer

150 Demonstranten – und damit weitaus weniger als von den Initiatoren erhofft – sind im Rahmen einer Kundgebung der Naturschutzorganisation „Nabu“ am Samstag durch die Herforder Innenstadt gezogen. „Bald Wech“ hieß das Thema, unter dem die Naturschützer auf den heimischen Artenschwund aufmerksam machen wollten.

Wofür der Naturschutzbund demonstriert, das ist relativ klar: Die Vogelarten Feldlerche, Rebhuhn und Kiebitz und noch viele andere Arten, die auszusterben drohen, sollen der hiesigen Landschaft erhalten bleiben. Wogegen er demonstriert, das ist nicht immer leicht herauszufinden. Flächenverbrauch, klar.

Gastredner Michael Strauß, Leiter der Bünder Museumsinsel, entschuldigte sich fast dafür, dass er für Klimaschutz warb. Sind Klima- und Artenschutz Gegensätze? Vielleicht, wenn sich etwa Karsten Otte (BUND) gegen ICE-Trassen – gut fürs Klima, schlecht für den Naturraum – ausspricht. Gegensätze aufzulösen versuchte Landrat Jürgen Müller, der seine Unterstützung für die Anliegen des Nabu zum Ausdruck brachte.

„Wir müssen Interessen sorgfältig abwägen, und dafür müssen wir die Interessen kennen, und dafür ist es wichtig, dass auf sie aufmerksam gemacht wird“, sagte Müller und verwies darauf, dass derzeit mit Krieg, Ernährungs- und Energiefragen komplexe Herausforderungen bestmöglich gemeistert werden müssen.

Zuvor hatte Nabu-Vorsitzender Friedhelm Diebrok vor dem Kreishaus den Vorwurf an die Politik erhoben, wirtschaftlichen Interessen stets den Vorrang zu geben. „Wenige verdienen, viele zahlen“, fokussierte Diebrok diesen Gedanken. Der Gärtner verwies etwa auf das Gewerbegebiet Oberbehme als Beispiel für aus Sicht des Nabu unnötigen Flächenverbrauch.

Diebrok räumte ein, dass ihm das Reden weniger liege als das Gärtnern und überließ gern dem Geologen Michael Strauß die Bühne, der anschaulich und emotional die Fragilität von Ökosystemen und die dramatischen Auswirkungen auf den Menschen skizzierte. „Naturgesetze sind nicht verhandelbar. Wir müssen sie zwingend verstehen“, sagte Strauß. Tobias Burger rundete die Kundgebung musikalisch ab – und zwar mit einem Lied, in dem er Klima- und Artenschutz auf unbefangene Weise verschmelzen ließ.

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