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Naturschutzbund auf eigener Streuobstwiese aktiv – Fahrt zu Biohöfen geplant

Apfelernte fällt mager aus

Rödinghausen/Bünde(WB). Mager ist sie in diesem Jahr ausgefallen – die Apfelernte auf der Streuobstwiese, die der Naturschutzbund (Nabu) im Wehmerhorster Wiesental sein eigen nennt. Etwa 700 Kilogramm haben fleißige Helfer diesmal gesammelt. „Das ist deutlich weniger als normalerweise. Sonst die Jahre waren es bis zu zwei Tonnen Obst“, sagt Nabu-Kreisvorsitzender Friedhelm Diebrok. Woran es liegt? Zum einen seien es eben alte Bäume, die auf dem etwa ein Hektar großen Gelände stehen. Und dann könnte das Wetter auch eine Rolle gespielt haben. Einzige Ausnahme und immer ertragreich sei die Graue Herbstrenette. „Auf die ist Verlass“, so Diebrok. Etwa 40 Obstbäume – überwiegend Apfelbäume – stehen auf dem Gelände am Hang des Wiehengebirges. Darunter sind viele alte Sorten, die heutzutage kaum noch jemand kennt.

Hilko Raske

Jörg Keunecke ist aus Bielefeld angereist, um dem Nabu bei der Apfelernte zu helfen. Töchterchen Pina (1) ist mit dabei und probiert auch gleich einen Apfel. Besonders für Kinder ist es ein Erlebnis, einmal selber bei der Apfelernte mitzumachen. Foto: Hilko Raske

Viele der „Erntehelfer“ sind Mitglieder im Naturschutzbund oder kennen jemanden, der sich im Nabu engagiert. So auch Jens Keunecke, der mit Töchterchen Pina (1) aus Bielefeld angereist ist. „Ich finde es toll, dass der Nabu eine solche Streuobstwiese hat und sie auch pflegt. Derartige Wiesen werden immer seltener – und das, obwohl sie einen hohen ökologischen Wert haben“, sagt er. Und für die Kinder sei es ein schönes Erlebnis, bei der Ernte mitmachen zu dürfen. Natürlich könnten sie dabei auch von den Äpfeln probieren.

Die Äpfel sollen noch in dieser Woche gepresst werden. An zwei Tagen, dem 15. und 16. Oktober, macht das Uchter Saftmobil Station neben der Nabu-Kreisgeschäftsstelle, Engerstraße 151. Der Apfelsaft wird in Containern abgefüllt, die dann beim Nabu erworben werden können. „Der Erlös fließt in unsere Arbeit. Beispielsweise kaufen wir weitere Flächen“, informiert Diebrok.

Obstdiebe am Jugendgästehaus

Die Streuobstwiese am Wehmerhorster Wiesental ist übrigens nicht die einzige, die der Nabu bewirtschaftet. Eine weitere befindet sich am Jugendgästehaus des Kreises Herford in Rödinghausen. Hier mussten die Naturschützer aber feststellen, dass jemand dem Nabu bei der Ernte zuvorgekommen ist. „Hier hat jemand alles abgeräumt“, so Diebrok. Generell sei es natürlich eine Form der Wertschätzung – „aber man muss das Eigentum anderer respektieren“, fordert der Nabu-Kreisvorsitzende. Der Erlös dieser Ernte fehle nun in der Nabu-Kasse.

Natürlich unterhalten sich die Naturschützer bei einem Ernteeinsatz auch über aktuelle Themen. Und dazu gehört das Ergebnis der Kommunalwahlen im Bünder Land. So sind in Bünde, Kirchlengern und Rödinghausen die Grünen deutlich gestärkt worden. In Rödinghausen trat die Partei erstmals an und holte aus dem Stand mehr als 20 Prozent der Wählerstimmen. „Wir hoffen jetzt natürlich, dass das in den Stadt- und Gemeinderäten dazu führt, dass der Umwelt- und Naturschutz mehr Fürsprecher hat“, sagt Diebrok. Neue politische Konstellationen seien möglich geworden – auch in Bünde, wo der Nabu sich seit Wochen dafür stark macht, dass ein parkähnliches Areal am Feldmarkfriedhof nicht einer möglichen Bebauung zum Opfer fällt.

Tour zu „kreativen“ Bauern

Der Nabu startet übrigens mit einem neuen Programm in den Herbst. Mit dem Reisebus besucht der Nabu am Samstag, 17. Oktober, Schweine und ihre „kreativen“ Bauern im Osnabrücker Land. Beim ersten Halt geht es zum Hof Mörixmann in Melle. Bäuerin Gabriele Mörixmann zeigt ihren Aktivstall für Schweine. Er bietet den Tieren viel Abwechslung und Platz, um ihr natürliches Verhalten ausleben zu können. Das Ziel ist eine Haltung, die den Spagat zwischen möglichst viel Tierwohl, Transparenz und Umweltschutz sowie einem wirtschaftlichen Betrieb bis in die Ladentheke schafft. Danach geht es zum Schlehbaumhof bei Osnabrück, dem Bio-Hof von Junglandwirt Peer Sachteleben. Die von ihm entwickelte, mobile Auslaufhaltung ähnelt den bekannten Hühner-Mobilen. Seine Bunten Bentheimer Schweine haben viel Bewegungsfreiheit, leben im Familienverband, können in der Erde graben und sich suhlen und so ihren Bedürfnissen nachgehen. Für sein „Darumer Schweinemobil“ ist er bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Beim anschließenden Mittagessen können hofeigene Produkte gleich probiert werden. Wer einmal sehen und erleben möchte, welche Alternativen es zur konventionellen Schweinehaltung gibt, sollte sich für die Tour beim Nabu anmelden unter Telefon 05223/904163 oder nabu.herford@ewe.net. Los geht es um 9.30 Uhr am Haupteingang der Stadthalle Bünde, Steinmeisterstraße 13, dort endet die Rundreise auch um 15 Uhr. Um die Coronaschutzauflagen einhalten zu können, ist die Teilnehmerzahl auf 30 Personen begrenzt.

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