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Gemeinde Rödinghausen hat zwei neue Denkmäler

Brücke und Bronzeglocke unter Schutz

Rödinghausen (WB). Gleich zwei neue Denkmäler hat die Gemeinde Rödinghausen: die Steinbogenbrücke in Bieren und die Bauerschaftsglocke auf dem Friedhof in Ostkilver. Die Denkmalschutzbehörde des Landschaftsverbandes (LWL) hatte die Bestätigung noch zum Jahresende der Gemeinde mitgeteilt.

Kathrin Weege und Bärbel Hillebrenner

Früher wurde mit einer Glocke auch über eine weitere Entfernung kommuniziert, schließlich gab es weder Telefon noch Computer. Die Denkmalschutzbehörde in Münster teilte die Auffassung der Gemeinde Rödinghausen, die Bronzeglocke neben der Friedhofskapelle in Ostkilver unter Denkmalschutz zu stellen. Foto: Kathrin Weege

Nach dem politischen Beschluss hat die zuständige Behörde in Münster die Eisenbahnunterführung nun in die Denkmalliste aufgenommen. Wenn die Bahnhofsstraße ausgebaut werde – das ist geplant – stünde bereits fest, dass die Brücke unangetastet bleiben wird. Das teilte Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung mit.

Eisenbahnstrecke 1901 eröffnet

Die Eisenbahnüberführung sei als Bestandteil der 1901 eröffneten Eisenbahnstrecke Bünde-Bassum »bedeutend für die Geschichte der Menschen in Rödinghausen und im westlichen Teil von Minden-Lübbecke, denn die Bahnstrecke ist für die Verkehrs- und Wirtschaftsentwicklung sowie für die sozialgeschichtliche Entwicklung dieser Region von besonderer Bedeutung“, begründete die Verwaltung die Unterschutzstellung mit Verweis auf die zuständige Denkmalbehörde.

Der Anschluss an das Gleisnetz habe damals einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung in den erschlossenen Kommunen ausgelöst. Eine baugleiche Bahnbrücke in Bünde-Holsen steht bereits seit 1990 unter Denkmalschutz.

Künstlerische Gründe

Auch bei der Bauernglocke an der Friedhofskapelle in Ostkilver hat sich die Münster Behörde der Auffassung der Gemeinde Rödinghausen angeschlossen. Die Glocke sei bedeutend für die Ortsgeschichte der Bauerschaft Ostkilver, heißt es in der Begründung. Sie zeige, wie sich die Menschen vor den heute üblichen Kommunikationsmitteln mitteilen konnten.

Für die Erhaltung lägen auch künstlerische Gründe vor, da die Glocke sowohl handwerklich den Bronzeguss im 17. Jahrhundert bezeugen als auch die kunstvolle Fertigung eines Künstlers dokumentieren würde.

„Gott allein die Ehre“

Das Denkmal umfasst jedoch nur die Bronzeglocke mit der inschriftlichen Datierung Anno 1659. Nicht zum Denkmal gehören das Gestell und die Aufhängung. Sie trägt außerdem noch die lateinische Aufschrift: „soli deo gloria“, übersetzt: „Gott allein die Ehre“. Sie soll in der Glockengießerei Johann Engelke in Minden gegossen worden sein.

Ihre Funktion bestand seinerzeit in der Möglichkeit, auch an den Orten zu läuten, wo es keine Kirche gab. Mit dem Geläut konnten die Menschen dadurch über eine weitere Entfernung kommunizieren.

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