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Sendung mit Weihnachtsgeschenk nicht zugestellt und später leer im Straßengraben entdeckt

Geplündertes Paket: Hermes entschädigt Kundin

Rödinghausen (WB). 30 Euro Schadenersatz und Gutscheine für zwei kostenlose Sendungen: Der Logistikdienstleister Hermes hat jetzt eine Rödinghauserin entschädigt, deren Paket zunächst verschwunden und dann geplündert wieder aufgetaucht war.

Daniel Salmon

So hatte Carsten A. das an seine Mutter adressierte Paket in einem Bierener Straßengraben gefunden – es war leer. Foto: Daniel Salmon

Nachdem das WESTFALEN-BLATT über den Fall berichtet hatte , ging alles auf einmal ganz schnell. „Am Montag hatte sich Hermes bei meiner Mutter gemeldet. Ich weiß nicht, ob das alles so glatt gelaufen wäre, wenn die Presse nicht nachgehakt hätte“, sagt Carsten A. (Name geändert) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Leeres Paket im Graben entdeckt

Die Mutter des Bielefelders hatte Anfang Dezember eine Puppe (Wert: 30 Euro) als Weihnachtsgeschenk für die Enkelin (1) bestellt . Das Paket kam jedoch nie in Rödinghausen an, obwohl im Internet vermerkt war, dass die Sendung angeblich bei einem Nachbarn ausgeliefert wurde. Allerdings: Den Namen des Nachbarn gibt es gar nicht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte Carsten A. das Paket dann auf einem Spaziergang in der Nähe seines Elternhauses in Bieren in einem Straßengraben entdeckt – leer. Wenige Meter entfernt, stieß er auf einen Packen weggeworfener Hermes-Benachrichtigungskarten.

Die Familie beschwerte sich einige Tage später bei dem Logistiker. Die Antwort gab’s dann Anfang dieser Woche. Carsten A.: „Das Geld ist überwiesen, die Gutscheine sind auch schon da. Die Sache hat sich somit erledigt, aber das war schon stressig und einiges an Arbeit.“ Wie der 33-Jährige weiter ausführt, hätte eine Hermes-Mitarbeiterin seiner Mutter erklärt, das am vermeintlichen Zustellungstag, dem 12. Dezember 2019, ein Aushilfsbote die Auslieferung übernommen haben soll. „Und der soll mittlerweile nicht mehr für das Unternehmen tätig sein“, so Carsten A. weiter.

Hermes: Geringe Verlustquote

Anfang dieser Woche hatte sich auch ein Hermes-Sprecher in der Redaktion gemeldet. Zum „großen Bedauern“ des Unternehmens sei das Paket an Carsten A.’s Mutter als Verlustsendung verbucht worden, teilte Pressesprecher Friedemann König mit. “Generell lässt sich konstatieren, dass aufgrund unserer hohen Service- und Qualitätsansprüche und fortschreitender Investitionen in moderne Technik die Schadens- und Verlustquote bei Hermes trotz rasant steigender Sendungsmengen seit Jahren konstant bei 0,03 Prozent liegt“, betonte König. Seinen Angaben zufolge gingen im Schnitt “3 von 10.000 Paketen verloren oder werden beschädigt“.

„Die mit Abstand allermeisten Sendungen kommen einwandfrei an. Dass Fehler passieren, möchten wir damit keinesfalls in Abrede stellen – im Gegenteil ist jeder einzelne Fall einer zu viel und für uns ein Antrieb, unsere Prozesse, die Technik und die Abwicklung vor Ort immer wieder zu hinterfragen und zu optimieren“, so der Pressesprecher abschließend.

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