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Rödinghauser Ratsmitglieder votieren bei Sondersitzung für Einstieg in die Entwurfsplanung

Grundschulneubau: nächste Phase eingeleitet

Rödinghausen (WB). Auf einer Sondersitzung hat der Rödinghauser Rat die nächste Phase des Neubaus der Grundschule in Schwenningdorf eingeläutet. Die Mitglieder votierten am Donnerstagabend einstimmig dafür, in die Entwurfsplanung für das Millionen-Projekt einzusteigen.

Daniel Salmon

So könnte die geplante Grundschule in Schwenningdorf aussehen. Foto:

Vor der Abstimmung hatten Vertreter des von der Gemeinde beauftragten Planungsbüros die Vorplanungen und die Kostenschätzung für die Maßnahme im Detail vorgestellt.

Dabei erläuterten Peter Duensing vom Projektsteuerer Constrata und seine Kollegen die genauen Ausstattungsmerkmale der Schule sowie den genauen Zeitablauf der nun folgenden Planungsabläufe. Vorgesehen sei, dass die zweizügig geplante Bildungseinrichtung (Klassenstärke: 30 Kinder) zum Schuljahr 2020/21 an den Start gehen soll. Bei zukünftiger Dreizügigkeit seien Erweiterungsmöglichkeiten vorhanden.

»Qualitativer Mehrwert«

Kommentar

Drei Millionen Euro Mehrkosten sind ohne Frage eine stolze Summe. Letztlich bekommt die Gemeinde für dieses Geld eine zukunftsfähige Grundschule auf höchstem Niveau, die Generationen von jungen Rödinghausern kommen und gehen sehen wird. Sich nach den konkreten Gründen für die Kostensteigerungen zu erkundigen, ist das gute Recht der Ratsmitglieder. Ebenso, in der Sache ständig auf dem Laufenden gehalten zu werden. Das einstimmige Votum der Politiker ermöglicht den raschen Vorgang der weiteren Planungsschritte. Und das ist auch gut so. Denn Verzögerungen im Ablauf würden die Kosten mit Blick auf die prognostizierten Preissteigerungen im Baugewerbe nur unnötig in die Höhe treiben.

Unter anderem ging Duensing auch auf die Faktoren ein, die zu einer Erhöhung der ursprünglich geschätzten Kosten von rund 8,5 Millionen auf 11,6 Millionen Euro geführt hätten. Wie berichtet, ergebe sich die Veränderung des Kostenrahmens unter anderem durch einen »qualitativen Mehrwert für die Lehre« wie etwa ein erweitertes Raumprogramm, die Ausgestaltung der so genannten gemeinsamen Mitte, Aspekte der Digitalisierung sowie die Erweiterung der Außenanlagen. Zudem hätten Untersuchungen ergeben, dass der Baugrund nur wenig tragfähig sei, so dass ein Mehraufwand bei der Gründung berücksichtigt werden müsse. Ebenso seien in der aktuellen Kostenschätzung die aufgrund der derzeitigen Marktsituation zu erwartenden Preissteigerungen berücksichtigt worden.

Auf Nachfragen aus dem Plenum, ob im Verlauf des Projekts noch weitere Kostensteigerungen zu erwarten seien, versicherte Duensing: »Wir werden vorsichtig und sorgfältig mit dem Geld der Gemeinde umgehen.« Die vorliegenden Zahlen seien seriös ermittelt worden. Thomas Lübeck (CDU) forderte mit Blick auf die Kostenschätzung zudem konkretere Angaben, welche Veränderungen bei der Planung zu welchen Preissteigerungen führen würden: »Mir ist das noch nicht ganz klar und transparent. Irgendwo müssen ja die drei Millionen herkommen. Wir sollen hier heute Abend eine Entscheidung treffen, da müsste ich das schon wissen.« Duensing trug die entsprechenden Daten – zumindest in Teilen – vor.

»Keine Peanuts«

CDU-Ratsherr Reinhard Uthoff hakte bei den finanziellen Auswirkungen des Projekts nach und wollte von Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer wissen, ob wegen der Mehrkosten mit Steuererhöhungen zu rechnen sei. Das Gemeindeoberhaupt verneinte.

SPD-Fraktionschefin Karin Menke betonte für ihre Partei schließlich: »Natürlich sind drei Millionen Euro keine Peanuts, aber wir haben uns entschieden, die Schule zu bauen, und werden dem Beschluss zustimmen.« Auch Thomas Lübeck signalisierte die Zustimmung seiner Fraktion. Er erklärte: »Wir haben das Projekt gemeinsam begonnen, gemeinsam beschlossen und müssen schauen, dass es weitergeht. Und wir werden das auch weiterhin mittragen.« FDP und WiR-Fraktion stimmten ebenfalls zu.

Allerdings wünschen die Christdemokraten weiterhin regelmäßig über die Projektentwicklungen unterrichtet werden. Zudem soll genau geschaut werden, wo noch Einsparmöglichkeiten – etwa bei den mit 1,8 Millionen Euro veranschlagten Nebenkosten – vorhanden seien; ohne Qualität und Nutzen herunterzufahren.

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