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Rödinghauserin Lina Gerber hat am Donnerstag ihren hundertsten Geburtstag gefeiert

Ihr Geheimnis: viel Bewegung

Rödinghausen  (WB). „Wer des Morgens dreimal schmunzelt, mittags nie die Stirne runzelt, abends singt, dass alles schallt, der wird hundert Jahre alt“, liest Lina Gerber von einer ihrer vielen Geburtstagskarten vor. Am Donnerstag ist die Rödinghauserin 100 Jahre alt geworden.

Julia Günter

Lina Gerber hat am Donnerstag ihren hundertsten Geburtstag gefeiert. Foto: Julia Günter

Und natürlich durfte sie sich an einem solch besonderen Tag über zahlreiche Blumensträuße ihrer Familie und Freunde freuen. Auch Rödinghausens Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer, mehrere Pastoren und weitere Gratulanten übermittelten persönlich die besten Glückwünsche. Auf die Frage hin, wie aufregt sie auf einer Skala von eins bis zehn über das Erreichen des 100. Lebensjahres sei, antwortet die Jubilarin lachend: „Zwei bis drei“.

Am 12. Dezember 1919 erblickte sie in Rödinghausen das Licht der Welt. Ihre Kindheit beschreibt sie als sehr schön: So war die Familie seit Generationen in der Landwirtschaft tätig. Besonders gerne spielte sie mit ihren damaligen Nachbarskindern an der frischen Luft. Mit 14 fing Lina Gerber an, für die Bauernhöfe in der Umgebung zu arbeiten. Danach arbeitete sie in einer Zigarrenfabrik, hängte ihren Job später aber an den Nagel, um – wie es zu der Zeit üblich war –, sich um ihre Eltern und später um ihrer Kinder zu kümmern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lernte sie ihren späteren Ehemann Gustav Gerber kennen. Dieser war 1946 auf der Suche nach anderen Russland-Deutschen und traf schließlich auf ihren aus Leningrad stammenden Vater. „Zwei mal gesehen und da war’s geschehen“, erinnert sich die Jubilarin gerne zurück. Nach zehn Jahren in Stuttgart – berufsbedingt durch Lina Gerbers Ehemann – ging es für das Paar letztlich wieder zurück nach Rödinghausen.

63 Jahre waren Gerbers verheiratet, bekamen zwei Söhne, wurden zweifache Großeltern und dreifache Urgroßeltern. 2008 verstarb Gustav Gerber im Alter von 94 Jahren.

Familie lebt in der Nähe

Lina Gerber sagt, sie sei sehr dankbar und froh darüber, dass ihre Familie so nah in der Umgebung wohne und sie oft besuche. Rückblickend schaue sie auf ein glückliches und ruhiges Leben zurück, sei stolz auf den Zusammenhalt der Familie.

Spazieren hält jung

Doch wie hat es Lina Gerber geschafft, so alt zu werden? Hat sie ein Geheimnis für ihr hohes Alter? „Vor allem die Bewegung. Ich bin schon immer gerne und auch viel Spazieren gegangen. Am liebsten jeden Tag“, verrät die Hundertjährige. Auch heute noch versuche sie, so oft wie möglich spazieren zu gehen.

Aber Lina Gerber hatte noch andere Hobbys. So engagierte sie sich in der SELK-Johannesgemeinde in Schwenningdorf, war außerdem Mitglied des Kirchenchors und steuerte zu Veranstaltungen stets Kaffee und Kuchen bei.

Neben den zahlreichen Besuchen und Anrufen an ihrem eigentlichen Geburtstag darf sich Lina Gerber am Sonntag über eine größere Feier freuen. Dann will sie mit ihrer Familie ihren Hundert­sten groß feiern.

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