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Gut 200 Rödinghauser Jecken stürmen das Rathaus

Narren an die Macht

Rödinghausen (WB). Party-Alarm in Rödinghausen: Mehr als 200 bunt kostümierte Jecken haben am Donnerstag zum mittlerweile 39. Sturm aufs Rathaus der Wiehengemeinde angesetzt.

Daniel Salmon und Kathrin Weege

Mehr als 200 Narren und Närrinnen stürmen am Donnerstagnachmittag das Rathaus. Im Anschluss wird im Haus des Gastes noch kräftig weitergefeiert. Foto: Daniel Salmon

Aus den Boxen des Karnevalswagens dröhnen die Fetenhits »Drei Tage wach«, »Johnny Däpp« und »Schatzi, schenk mir ein Foto« als sich der Tross um Punkt 16.11 Uhr am Haus des Gastes in Bewegung setzt. Immer wieder legen die Karnevalisten auf dem Weg zum wenige hundert Meter entfernten Verwaltungsgebäude kurze Zwischenstopps ein. Dann bringen Prinzessin Josephine und Prinz Alessio vom Festbollerwagen aus jede Menge Kamelle unters Volk – zur Freude der zahlreichen Kinder, die die Süßigkeiten rasch in ihren Taschen verschwinden lassen.

»Durchgedreht und abgefahren«

»Durchgedreht und abgefahren« lautet das Motto der aktuellen Rödinghauser Karnevalssaison – und passend dazu haben die Teilnehmer des Zugs sich verkleidet: Wiehenblümchen, Hippie-Mädels, Prinzessinnen und ein Gartenzwerg reihen sich in den närrischen Marsch ein. Heraus sticht Jana Baumgarte, die eine Horror-Braut mimt: »Das Kleid hab’ ich extra gekauft, zerschnitten und mit jeder Menge Kunstblut beschmiert«, verrät sie. Nicht für alle Feiernden hat der Rödinghauser Sturm aufs Rathaus eine lange Tradition. »Peace-Girl« Meike Höner zu Siederdissen ist mit ihrer Kollegin gekommen und gesteht: »Es ist mein erster Karneval!«

Der Schlips muss ab!

Am Rathaus selbst wartet Bürgermeisterstellvertreter Ulrich Büttke auf die fröhlich Feiernden. Er lässt sich von Cornelia Streuter den Schlips abschneiden und händigt den »wilden Weibern vom Wiehen« einen symbolischen Rathausschlüssel aus. Dafür gibt’s auch einen dicken Schmatz auf die Wange, bevor die Narren dann wortwörtlich das Rathaus stürmen. Streuter, selbst als Biene verkleidet, ruft den Jecken entgegen: »Bienen haben keine Kanzlerin, sondern eine Königin. Politiker machen Mist, wir Bienen machen Honig.« Nachdem die Jecken am Rathaus ihren Durst gestillt haben, geht’s wieder zurück ins Haus des Gastes, wo bis in die Morgenstunden weitergefeiert wird.

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