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50-Jähriger gesteht die Tat

Polizistin angefahren: Gesuchter Rollerfahrer in Spenge gefasst

Herford/Spenge

Der Rollerfahrer, der am Montag bei einer Polizeikontrolle in Herford eine Polizistin angefahren und schwer verletzt hat, ist gefasst.

Von Bernd Bexte

Mit diesem Foto einer Überwachungskamera fahndete die Polizei nach dem Rollferfahrer. Foto: Polizei Bielefeld

Die Polizei nahm ihn am Donnerstag gegen 17 Uhr in Spenge fest. Er leistete dabei keinen Widerstand und gab zu, der Gesuchte zu sein. Gegen den 50-Jährigen ohne festen Wohnsitz erließ ein Haftrichter am Freitag einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. „Der Mann gab an, bei der Polizeikontrolle weggefahren zu sein, weil er Angst hatte, seinen Führerschein zu verlieren“, sagt der ermittelnde Staatsanwalt Christopher York.

Denn an seinem Roller befanden sich gestohlene Kennzeichen. Er habe ausgesagt, dass er die Polizistin nicht habe verletzen wollen. Sein Fluchtweg zwischen einem Zaun und einem geparkten Polizeiauto sei aber so schmal gewesen, dass er bei der Flucht die Kontrolle über den Roller verloren und die 46-Jährige erfasst habe. Sie prallte mit dem Kopf auf den Boden. Ein erster Verdacht, dass sie einen Schädelbruch erlitten habe, bestätigte sich jedoch nicht. Sie hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, schwebt aber nicht in Lebensgefahr und ist bei Bewusstsein.

Unfallspuren am Roller

Zeugenhinweise hatten die Ermittler der Mordkommission „Roller“ unter der Leitung des Ersten Kriminalhauptkommissars Markus Mertens auf die Spur des Mannes gebracht, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. So konnte die Polizei auch seinen Aufenthaltsort ermitteln. „Er wohnt bei einem Bekannten, ist dort aber nicht gemeldet“, erläutert Staatsanwalt York.

Zivile Einsatzkräfte fanden im Hinterhof eines Wohnhauses im Leineweberweg in Spenge den Roller. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellten sie auch die Bekleidung und den neongelben Helm sicher, die der Rollerfahrt bei der Tat getragen hatte. An dem Roller stellten die Ermittler Unfallspuren fest, die mit den Beschädigungen am Einsatzfahrzeug, dem Zaun und den Angaben des Unfallteams der Polizei übereinstimmten. Der Roller und die Kleidung wurden sichergestellt.

Mann ist vorbestraft

Auf Antrag von Staatsanwalt Christopher York wurde der polizeibekannte Mann – er ist unter anderem wegen Trunkenheits im Straßenverkehr vorbestraft – am Freitag einem Richter des Amtsgerichts Bielefeld vorgeführt. Dieser ordnete einen Untersuchungshaftbefehl an.

„Der Vorwurf lautet auf versuchten Mord, weil er versucht hat, mit der Tat eine weitere Straftat, das Anbringen gestohlener Kennzeichen, zu verdecken“, erläutert Staatsanwalt York. Auch wenn der 50-Jährige ausgesagt habe, die Polizistin nicht habe verletzen zu wollen. „Er hat es billigend in Kauf genommen.“

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