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Polizei sucht nach Zeugen - Sachbeschädigung auf Spielplatz Teschweg in Herford kein Einzelfall

Seilbahnsitz durch illegales Hundetraining zerbissen

Herford

Die Bissspuren sind heftig, der Seilbahnsitz ist völlig ausgefranst: Offenbar hat jemand seinen Hund auf dem Spielplatz am Teschweg in Herford abgerichtet – nicht zum ersten Mal. Die Stadt Herford hat Strafanzeige erstattet, die Kripo sucht Zeugen.

Von Moritz Winde

Der Seilbahnsitz aus Hartgummi ist vollkommen ausgefranst. Ein Hund hat offenbar Jagd auf ihn gemacht. Foto: Polizei Herford

Städtischen Mitarbeitern war Ende Januar bei Routine-Kontrollen erneut aufgefallen, dass ein Seilbahnsitz auf dem Spiel- und Bolzplatz Teschweg – er liegt mitten in einem kleinen Wäldchen an der Stadtholstraße und grenzt an ein Wohngebiet – massive Beschädigungen aufwies. Diese stammen allem Anschein nach von Hundebissen.

Die Sachbeschädigung fand mutmaßlich am Wochenende 29./30. Januar statt. Der Seilbahnsitz war erst zwei Wochen zuvor ersetzt worden, nachdem das Spielgerät damals bereits grobe Bissspuren aufgewiesen hatte. Diese Form von Sachbeschädigung ist in der Vergangenheit mehrfach vorgekommen: „Mutmaßlich wird ein Hund von seinem Halter auf das Spielgerät angesetzt, um es zu jagen und sich dann darin zu verbeißen“, sagt Polizeisprecherin Julia Dowe.

Die Seilbahn auf dem Spiel- und Bolzplatz am Teschweg ist erst einmal außer Betrieb. Der kleine Park wird nicht nur von Familien und Kindern, sondern auch von Hundehaltern zum Gassigehen gerne genutzt. Foto: Moritz Winde

Die Kriminalpolizei bittet daher Zeugen, die im Bereich des Spielplatzes Teschweg Hundehalter bemerkt haben, die sich mit ihren Vierbeinern an den Spielgeräten aufgehalten haben, sich unter 05221/8880 zu melden. Auch am Spielplatz Westring haben städtische Mitarbeiter ähnliche Vorfälle bemerkt. Dort wurden unter anderem Tau-Seile zerfetzt.

Beigeordneter Dr. Peter Böhm sagt, Vandalismus auf Spielplätzen sei ein immer wiederkehrendes, leidiges Thema. Jedes Jahr muss die Stadt viel Geld für Erneuerung oder Reparatur aufbringen. Das Abrichten eines Hundes auf einem Spielplatz aber sei eine andere Kategorie. „Dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Deshalb haben wir auch Anzeige erstattet und die Polizei eingeschaltet, obwohl dies mit gewissem Aufwand verbunden ist. Denn das Gefahrenpotenzial für Kinder ist nicht unerheblich. Da hört der Spaß ganz klar auf.“

Tierarzt Dr. Christian Diekmann

Welcher Vierbeiner ist in der Lage, einen Hartgummi-Sitz durchzubeißen? „Das muss nicht zwangsläufig ein Kampfhund gewesen sein, das schaffen auch mittelgroße Hunde“, sagt der Herforder Tierarzt Dr. Christian Diekmann. Der Experte warnt davor, Hunde abzurichten, es sei denn, sie sollen Gebäude oder Grundstücke bewachen oder sind als Schutzhunde bei der Polizei eingesetzt.

„Wenn ein Hund gelernt hat, auf Kommando irgendwo reinzubeißen, dann lässt er in der Regel auch nicht mehr los. Die Tiere können zu laufenden Waffen werden, über die man schnell die Kontrolle verlieren kann. Wer so etwas macht, handelt total verantwortungslos.“ Nach Informationen dieser Zeitung könnte es sich beim aktuellen Fall um Pitbulls handeln. Die Polizei soll bereits zwei Halter der Kampfhunde im Visier haben.

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