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Starkes Immobiliengeschäft - Bauzinsen steigen - Zurückhaltung bei Firmenkunden

Sparkasse Herford schüttet 5 Millionen Euro an Städte aus

Herford

Die Sparkasse Herford informiert regelmäßig den Zweckverband – den Zusammenschluss der kommunalen Träger des Finanzinstitutes – über ihre geschäftliche Entwicklung. Träger der Sparkasse sind der Kreis Herford sowie die Städte Herford, Bünde, Löhne und Vlotho. Die Sparkasse schüttet an die Träger 5,16 Millionen Euro aus.

An ihre Träger, also den Kreis Herford und die Städte und Gemeinden, schüttet die Sparkasse fünf Millionen Euro aus. Foto: Moritz Winde

„Vor dem Hintergrund der besonderen Umstände ist der weitere Verlauf des Geschäftsjahres 2022 schwer einzuschätzen“, teilte Peter Becker, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Herford, mit.

„Einerseits ist ein sehr gutes Kreditgeschäft mit unseren Privatkunden zu verzeichnen, andererseits ist eine Zurückhaltung bei unseren Firmenkunden zu spüren.“

Durch die Zuwächse im Kredit- und Einlagengeschäft konnte die Bilanzsumme der Sparkasse zum 31.12.2021 auf fast 5,8 Milliarden Euro erhöht werden. Der Bilanzgewinn liegt für das Jahr 2021 bei 6,1 Millionen Euro. Die Kredite an Unternehmen stiegen bis Ende April um rund 25 Millionen Euro an.

Dabei handelte es sich vor allem um mittelfristige Kredite. „Der Krieg in der Ukraine stellt die Unternehmen vor neue Herausforderungen: Drastisch gestiegene Energiekosten, Lieferengpässe und Umsatzeinbrüche aufgrund der gegen Russland verhängten Sanktionen belasten das Geschäft und schaffen Verunsicherung. Ein Teil der Unternehmen hält sich deshalb mit Investitionen vorerst zurück. Notwendige Investitionen werden verstärkt aus den Ergebnissen der Vorjahre investiert, andere Unternehmen benötigen aufgrund der Corona-Überbrückungshilfen keine Kredite“, erläutert Becker. „Das spiegelt sich in einem verhaltenen Kreditgeschäft wider.“ Ende des Jahres hatte die Sparkasse noch davon gesprochen, vom starken Kreditgeschäft zu profitieren - das war vor dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat ein Sonderkreditprogramm für Unternehmen aufgelegt, die von den Kriegshandlungen oder den in diesem Zusammenhang erlassenen EU-Sanktionen wirtschaftlich betroffen sind. Die Sparkasse vermittelt die KfW-Gelder, Anträge können direkt bei ihr gestellt werden. „Gemeinsam finden wir in dieser herausfordernden Situation Lösungen für unsere Firmenkunden – zum Beispiel, wenn es um die Überbrückung von Liquiditätsengpässen geht“, versichert Becker.

In den ersten vier Monaten 2022 verzeichnete die Sparkasse ein sehr starkes Immobiliengeschäft. So wurden 50 Grundstücke, Wohnungen und Häuser mit einem Volumen von rund 13 Millionen Euro durch eigene Makler vermittelt. Ein Schwerpunkt blieb das Interesse an Ein- und Zweifamilienhäusern, die mit 36 Objekten einen Großteil ausmachten. Ebenso ungebrochen war die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten. Die Zusagen in diesem Bereich beliefen sich auf etwa 80 Millionen Euro.

Sparkassen-Chef Peter Becker. Foto: Moritz Winde

Die Bauzinsen sind in den letzten Monaten um mehr als einen Prozentpunkt gestiegen. Viele Kunden möchten sich ihren Traum vom eigenen Zuhause noch schnell erfüllen, da sie weiter steigende Zinsen befürchten“, mutmaßt Becker.

Aufgrund der niedrigen Zinsen suchen Anleger weiterhin Alternativen im Wertpapiergeschäft. Absatzschwerpunkte waren Investmentfonds mit 80 Millionen Euro und Direktanlagen in Aktien mit rund 35 Millionen Euro. Der Krieg in der Ukraine führte zu Turbulenzen an den Wertpapiermärkten. Insbesondere am Aktienmarkt waren deutliche Kursverluste zu verzeichnen.

Vor diesem Hintergrund waren die Wertpapierumsätze mit 214 Millionen Euro rückläufig gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf dieser Basis hat die Verbandsversammlung eine Ausschüttung an die Trägerkommunen in Höhe von 5,16 Millionen Euro beschlossen.

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