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Rathaus Spenge: Dämmung muss komplett entfernt werden – Pulverschnee durch Pfannen geflogen

20 Zentimeter Schnee unterm Dach

Spenge (WB)

Als die Mitarbeiter des Rathauses am Montag der Spur der Feuchtigkeit im Treppenhaus Richtung Dachboden folgten, stießen sie dort auf eine hügelige Schneelandschaft. „Wir hatten gut 20 Zentimeter Schnee, an einigen Stellen mehr, an anderen weniger“, erzählt Michael Matzker vom Gebäudemanagement der Stadt.

Ruth Matthes

Der Dachboden des Spenger Rathauses zeigt immer noch deutliche Spuren der Schneemassen, die sich auf dem Dämmmaterial türmten Foto: Ruth Matthes

„Das Rathausdach ist ein Kaltdach, das heißt, die 30 Zentimeter dicke Dämmung aus Mineralwolle lag lose direkt auf der Betondecke des obersten Stockwerks“, erklärt Abteilungsleiter Olaf Kniepkamp. Die Pfannen sind mit Mörtel abgedichtet, der im Laufe der vergangenen mehr als 50 Jahre porös geworden sei. Durch diese Stellen pfiff der Wind von Osten her so heftig, dass mit ihm Mengen von Pulverschnee ins Innere gelangten, wo er sich auf die Dämmung legte. „Durch die Beheizung der darunter gelegenen Büros schmolz der Schnee, sodass die Dämmung bis zur Hälfte vollgesogen war und entsorgt werden muss“, erläutert Matzker.

Die städtischen Hausmeister machten sich zunächst daran, den Schneeaus einem Fenster im Rathausturm auf den Parkplatz vor dem Rathaus zu kippen. Danach wurde eine Dachdeckerfirma zu Hilfe geholt. Die fünf Mitarbeiter waren auch am Donnerstag noch damit beschäftigt, die letzten Reste der Glaswolle zu zerschneiden und abzutransportieren.

„Kurz- oder mittelfristig muss das Dach neu abgedichtet werden“, urteilt Kniepkamp. „Das geht aber nur, indem die alten, vermörtelten Pfannen entfernt werden und Unterspannbahnen zur Abdichtung an der Dachkonstruktion befestigt werden. Zudem muss das Dach neu gedeckt werden.“ Die Versicherung decke solche „Flugschnee-Ereignisse“ leider nicht ab.

„Wir haben direkt die Dächer der anderen städtischen Gebäude kontrolliert, haben aber nur am Dach des Bürgerbegegnungszentrums in Lenzinghausen etwas Feuchtigkeit gefunden“, sagt Matzker. Dort sei ein neues über das alte Dach gebaut worden, die Lichtkuppeln blieben erhalten. „An den Übergängen tropft es. Doch das ist nicht weiter besorgniserregend.“

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