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Violinistin Godela Bozzetti und Pianist Friedemann Dipper musizieren in Kirche

Auf den Spuren Beethovens

Spenge (WB/dd). »Auf dem Weg zu Beethoven« – unter diesem Titel haben Violinistin Godela Bozzetti und Pianist Friedemann Dipper ein moderiertes Konzert entwickelt, mit dem sie am Sonntagnachmittag in der St.-Martins-Kirche in Spenge gastierten.

Godela Bozzetti (links) und Friedemann Dipper geben Einblicke in die Entwicklung Beethovens als Komponist. Foto: Daniela Dembert

Zweierlei bedeute der Konzerttitel, erklärte Friedemann Dipper: Zum einen werde die Entwicklung Beethovens und jene, die ihn beeinflusst haben, vorgestellt und eine zeitgeschichtliche Einordnung vorgenommen. »Zum anderen ist das auch unser persönlicher Weg zu Beethoven, auf dem wir seine Musik und seinen Werdegang verstehen lernen«, meinte der Pianist.

So präsentierten die beiden Musiker eine Sonate Friedrich Händels in g-moll. »Beethoven hat die Werke Händels sehr verehrt. Es wird berichtet, über seinem Bett habe ein großes Ölgemälde seines Vorbildes Händel gehangen«, berichtet Friedemann Dipper. »Heute ist Ludwig van Beethoven Inbegriff des musikalischen Genies. Aber er hatte unglaublich viele Lehrer und Vorbilder, die ihn inspirierten« weiß der Musiker und Instrumentalpädagoge.

Schaue man, wer der Avantgardist jener Zeit gewesen sei, der erste, der sich über kompositorische Konventionen hinweggesetzt habe, sei dies Carl Philipp Emanuel Bach gewesen. Beethovens Einschätzung nach seien dessen Werke nicht allein zum Wohlgefallen, sondern sicher auch zum eingehenden Studium ersonnen worden. Ein Kostprobe lieferte das Duo mit der Sonate h-moll für Violine und Cembalo aus der Feder Bachs.

Sympathisant der Revolution

Aber nicht nur die berühmten Musiker seiner Zeit beeinflussten das Schaffen des Klaviervirtuosen. In jungen Jahren bekam Beethoven Klavierunterricht von Christian Gottlob Neefe, von dem er sehr viel lernte. »Von Neefe wurde er auch an die Idee der Aufklärung herangeführt. Beethoven war Sympathisant der französischen Revolution«, erläuterte Bozzetti. Wichtig und interessant sei, das künstlerische Schaffen auch im Kontext der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen einzuordnen, meinte Dipper.

Auch von Neefe hat das Duo den etwa 50 Konzertbesuchern eine Sonate in As-Dur für Klavier und Violine vorgespielt. Zu guter Letzt intonierten Bozzetti und Dipper Beethovens Sonate für Klavier und Violine, G-Dur, Op. 12 Nr. 1, die er mit 27 Jahren schrieb.

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