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Spritzenhaus in Lenzinghausen erneut Thema in Kommunalpolitik

Auftrag zur Artenschutzprüfung erteilt

Spenge (WB)

Eigentlich waren die Mitglieder des Spenger Bauausschusses davon ausgegangen, dass sie Donnerstag bereits eine erste Einschätzung erhielten, ob der Zustand des Spritzenhauses in Lenzinghausen es zulässt, den Turm freistehend zu erhalten. Doch es kam anderes als gedacht.

Ruth Matthes

Das ehemalige Spritzenhaus am Birkenweg in Lenzinghausen soll abgerissen werden. Ob zumindest der Turm erhalten werden kann, soll ein Architekt feststellen. Parallel dazu soll nun ein Gutachter mit einer Artenschutzprüfung beauftragt werden. Foto: Ruth Matthes

In der Vorlage zur Sitzung hatte es geheißen, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro die Bausubstanz hinsichtlich der möglichen Erhaltung des Turmes beurteilt und das Ergebnis vorstellt. Entsprechend enttäuscht reagierten die Kommunalpolitiker, als Fachbereichsleiterin Sabrina Held mitteilte, es habe zwar einen ersten Ortstermin am Birkenweg gegeben. Das Architekturbüro habe aber noch keine Stellungnahme abgegeben, die man an die Öffentlichkeit weitergeben könne – auch keine erste Einschätzung.

Dennoch schlug die Verwaltung vor, bereits über die Artenschutzprüfung abzustimmen. Der Vorschlag sinngemäß: Die Verwaltung wird damit beauftragt, die Artenschutzprüfung in die Wege zu leiten. Sollte sich dabei herausstellen, dass das marode Gebäude kein Nistraum für schützenswerte Tiere sei, könne der Abriss erfolgen.

Diese Koppelung von Artenschutzprüfung und Abriss stieß jedoch allen Parteien böse auf. „Wir waren davon ausgegangen, dass zunächst geklärt wird, ob der Turm alleine überhaupt stehen kann. Wenn nicht, muss vor dem Abriss ohnehin eine Artenschutzprüfung vorgenommen werden. Jetzt aber zuerst den Abriss mitzubeschließen, bevor klar ist, ob der Turm nicht vielleicht erhalten werden kann, ist vorschnell“, erklärte Dirk Cyrus (SPD).

Auch Ausschussvorsitzender Detlev Kruse (UWG) fand das einen „putzigen Vorschlag“. Die CDU äußerte sich ebenfalls verwundert, dass die Verwaltung vorschlage, die weitergehende Entscheidung zuerst zu fällen. Daher beschlossen die Fraktionen einstimmig, dass der Beschluss dahingehend geändert werden müsse, dass zwar der Auftrag für die Artenschutzprüfung erteilt wird, damit aber noch keine Entscheidung über einen eventuellen Abriss verbunden ist.

Weil die Artenschutzprüfer zu verschiedenen Zeiten Untersuchungen durchführen müssten, geht Held davon aus, dass deren Bericht Mitte Juni in der nächsten Sitzung vorgestellt werden kann.

Das Thema Spritzenhaus war von der IG Lenzinghauser Bürger als Anregungin den Rat gebracht worden. Es sei zu prüfen, ob das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden und einem sinnvollen Zweck zugeführt werden könne. Der Hauptausschuss hatte beschlossen, dem nicht zu folgen, aber zu prüfen, ob der Turm als Nistplatz inmitten der anzulegenden Blühfläche erhalten werden könne.

Auf die Frage von IG-Mitglied Jan Henning Foh, ob sie von Bürgern wüssten, die eine Begehung des Areals zwecks eines Kaufs gewünscht hätten, erklärte Held, ihr sei davon nichts bekannt. Den Vorwurf von Andreas Gittel (Kreisvorsitzender Die Partei), die Stadt komme ihrer Verkehrssicherungspflicht vor Ort nicht nach, wies sie zurück. Es habe aus diesem Grund bereits Nachbesserungen am Dach gegeben.

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