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Kirchengemeinde Spenge benennt Musikinstrument in der Marienkirche um – 1310 Euro für Ukraine gespendet

Barockorgel heißt jetzt Friedensorgel

Spenge

Musik kann zur seelischen Erbauung beitragen, daran gibt es wohl keinen Zweifel. Dies mag einer der Gründe dafür sein, dass ausgerechnet während des 30-jährigen Kriegs in der Wallenbrücker Marienkirche eine Orgel gebaut wurde, die mit ihren zwei Manualen und 14 Registern größer war als die üblichen Dorforgeln. „Wir denken, die Menschen haben sich damals nach Harmonie gesehnt, die ihnen die Musik vermitteln konnte“, sagt Dr. Hinrich Paul, Organist der Marienkirche.

Daniela Dembert

Die Vorstandsmitglieder des Barockorgel-Vereins Wallenbrück Dr. Hinrich Paul (von links), Gerd Heining und Claudia Besler geben gemeinsam mit Pastor Ulrich Gressog die Titulierung der historischen Wallenbrücker Orgel als „Friedensorgel“ bekannt. Foto: Daniela Dembert

Diese Folgerung liegt nah, sind doch kurz nach dem 30-jährigen Krieg mehrere Orgeln in Ostwestfalen-Lippe gebaut worden. Allerdings ist das Wallenbrücker Instrument das einzige der Region, das bereits während des Krieges erbaut wurde. Aus diesem Anlass hat sich die Kirchengemeinde dazu entschlossen, sie als „Friedensorgel“ zu titulieren.

Heute, nach der gelungenen Restauration sei die Orgel mit ihrer sanften, mitteltönigen Stimmung wieder in der Lage, die Zuhörer zu bewegen und ihnen in Zeiten von Pandemie und Krieg in Europa Trost und Zuversicht zu schenken. „Wir leben in Zeiten, in denen wir uns mit Situationen konfrontiert sehen, denen wir machtlos gegenüber stehen“, findet Pastor Ulrich Gressog. „Aber wir wollen nicht nur unsere Ohnmacht verspüren, sondern auch Ankerpunkte haben, die uns zu einer Trotzallem-Haltung verhelfen, die uns stärkt.“

Einer dieser Ankerpunkte sei das Erleben von Gemeinschaft, gestärkt durch Gebet und Musik. Aus diesem Grund lädt die evangelische Kirchengemeinde weiterhin an jedem zweiten Sonntag zu Friedensgebeten ein. Das nächste findet am 8. Mai, um 10.30 Uhr in der Marienkirche statt. Fürbitten werden für die Opfer des Ukrainekriegs gesprochen und ein ukrainischer Kyrie-Gesang vorgetragen.

Bei den Friedensgebeten sind bisher 1310 Euro zusammengekommen, für die die Geigerin Katja Suglobina Medikamente gekauft hat, die in die Ukraine gebracht wurden.

Aktuell gibt es auch die Überlegung, unter Berücksichtigung der historischen wie der aktuellen Anknüpfungspunkte die Reihe der Wallenbrücker Konzerte“ in „Wallenbrücker Friedenskonzerte“ umzubenennen. Auf den Begleitflyern zu den Konzerten wird künftig ebenfalls auf die Widmung zur Friedensorgel hingewiesen. „Die Konzerttermine im kommenden Jahr werden unter dem Motto Frieden stehen und auf ganz facettenreiche Weise Anknüpfung an diese Thematik finden“, verspricht Organisatorin Claudia Besler.

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