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Schriftsatz gegen Populismus und Fremdenfeindlichkeit liegt in der Spenger Charlottenburg aus

Bürgermeister unterstützt Engeraner Manifest

Spenge (WB/gge). Mehr als 1000 Unterschriften trägt inzwischen das Engeraner Manifest gegen Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Am Dienstag trug sich auch Spenges Bürgermeister Bernd Dumcke in die Liste ein. Der von den Jugendzentren (JZ) Zebra und Kleinbahnhof in Enger initiierte Aufruf liegt einen Monat lang im Kultur- und Jugendzentrum Charlottenburg in Spenge aus.

Bernd Dumcke unterzeichnet das Manifest. Jan Brockelt (von links), Timo Eilers und Anne Riedmaier schauen zu. Foto: Hülsegge

»Die Aussagen des Manifestes sind unterstützenswert. Denn auch ich bin in jeder Hinsicht gegen Radikalismus. Außerdem war Europa 70 Jahre erfolgreich unterwegs, den Frieden zu erhalten. Und das soll so bleiben«, sagte der Chef von Rat und Verwaltung. Seit November tourt das Engeraner Manifest unter dem Motto »Gerade steht sich besser« durch den Kreis Herford. Es steht, wie es in der Erklärung heißt, »für eine neue Form von Grenzsetzung im Sinne von ›Bis hierhin und nicht weiter!‹ Eine neue Form des Sich-Einmischens immer dann, wenn Recht zu Unrecht wird, wenn Menschen das Menschsein abgesprochen wird, wenn Angst und Hass in die Welt gestreut werden«.

Demnächst auch in Vlotho

Es lag bereits in den Engeraner Jugendzentren, dem Rathaus der Widukindstadt, bei Neujahrsempfängen von SPD und Linken sowie im Widukind-Gymnasium Enger (WGE) aus. Demnächst soll es auch im Jugendzentrum Vlotho und allen anderen Jugendzentren des Kreises präsentiert werden. Bernd Dumcke regte an, auch noch im Spenger Rathaus und in der Regenbogen-Gesamtschule Unterschriften zu sammeln.

»Wir wollen das Buch vollkriegen«, meinte Jan Brockelt, leitender Mitarbeiter im JZ Kleinbahnhof. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze habe bereits zugesagt, das nächste Buch dann sponsern zu wollen. Auch 60 Mitarbeiter der Firma Bockermann und Fritze und 300 Realschüler in Enger haben sich bereits an der Aktion beteiligt. Vom WGE kamen etwa 200 Unterschriften. Bestellt sind bereits Hinterglas-Aufkleber, mit denen Schulen, Jugendzentren, Firmen und Rathäuser ein weiteres Zeichen der Solidarität setzen können.

JZ plant Blues-Konzertabend

»Wir haben kein Patent auf das Manifest«, meinte Jan Brockelt vom JZ Kleinbahnhof. Er kann sich deshalb durchaus vorstellen, dass auch in anderen Städten Manifeste nach dem Engeraner Vorbild verfasst werden könnten. Auch sei man für Anfragen jederzeit offen, um die Unterschriften-Kladde an weiteren Orten auszulegen.

In der Charlottenburg wird das Manifest im Büro für Unterschriftswillige bereitgehalten. »Wir wollen dafür aber auch Werbung machen«, so Anne Riedmaier vom Leitungsteam. Sich gesellschaftspolitisch einzumischen, ist erwünscht. »So werden die Jugendlichen für das Thema sensibilisiert«, ergänzt Timo Eilers.

In der Charlottenburg ist für April ein internationaler Konzert-Abend geplant. »Mit Blues-Musik und einem Buffet«, erklärte Riedmaier. Am Freitag, 1. März, findet die traditionelle Karnevals-Disco statt. Und über Ostern soll es eine Projektwoche zum Thema »Wald und Natur« geben. Die Kinder und Jugendlichen dürfen dann kreativ werden, Buden bauen, spielen, Tierbilder malen und die Natur mit allen Sinnen erleben.

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