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MGV Polyhymnia ehrt verdiente Mitglieder – Klavier spielt Nebenrolle

Dem Volkslied verschrieben

Spenge (WB/dd). Auf eine fast 110-jährige Tradition blickt der Männergesangverein Polyhymnia zurück. Fast die Hälfte des Vereinsbestehens haben Günter Dülberg, Gerhard Höke und Helmut Ziegert mitgestaltet. Für 50-jährige Zugehörigkeit wurden die Sangesbrüder anlässlich einer Mitgliederversammlung jetzt von den Kameraden und dem Vorsitzenden des Chorverbandes Nordost-Westfalen, Fritz Honermeier, mit Urkunden und Ehrennadeln honoriert. Auch Heinz Wiemann wurde eine Ehrennadel verliehen. Er bringt es auf 25 Jahre als aktiver Sänger.

Rolf Strachau (von links), Hans Werner Walkenhorst und Fritz Honermeier danken den Jubilaren Heinz Wiemann, Helmut Ziegert und Gerhard Höke für deren langjährige Treue zum Chor Polyhymnia. Foto: Dembert

»Die Chöre haben es in der Vereinslandschaft immer schwerer, zu bestehen. Das liegt auch an einem Wandel in der Lehrlandschaft. Früher war der Lehrer der örtlichen Schule auch meistens der Chorleiter im Ortsteil. Heute muss man Musik studieren, um sie unterrichten zu können«, beschreibt Honermeier die Entwicklungen.

Chorleiter sind Mangelware

Menschen, die – auf einem Musikstudium begründet – ihren Lebensunterhalt verdienten, könnten es sich schlicht nicht leisten, unentgeltlich die Leitung eines Chores oder mehrerer Chöre zu übernehmen. Für Sängergemeinschaften werde es daher immer schwieriger, qualifizierte und bezahlbare Leiter zu finden.

Glücklich darf sich da der Wallenbrücker Männergesangverein schätzen. Die Sänger werden seit 23 Jahren von Rolf Strachau betreut, der mittlerweile auch den Vorsitz des Vereins innehat. Am Klavier schlage er die Töne nur als Hilfestellung an, so der Chorleiter und betont: »Wir sind ja schließlich ein Gesangverein.« Über eine Chorleiterausbildung verfügt Strachau zwar nicht, dafür aber über reichlich Erfahrung als Musizierender. Der Spenger hat früher Tanzmusik gemacht, spielt Saxophon und Posaune und ist aktiv im Feuerwehr-Musikzug der Stadt Bielefeld.

Spaß statt Noten wichtig

Mit seinen Wallenbrücker Sängern hat er sich der Pflege des Volksliedguts verschrieben. »Einige bekannte Musicalmelodien haben wir auch im Repertoire«, so Strachau. Jeden Dienstag trifft sich der Chor um 20 Uhr im Wallenbrücker Bürgertreff zum Proben. Neue Sänger sind willkommen. »Man muss keine Noten lesen können. Grundvoraussetzung ist bei uns Spaß an Musik und Gesang«, versichert der Chorleiter.

Zu den wiederkehrenden Jahresterminen des Vereins gehört unter anderem das Mitgestalten der Gottesdienste am Volkstrauertag und am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Marienkirche. Gemeinsam mit dem Dorfgemeinschaftskreis und befreundeten Chören lädt Polyhymnia außerdem jährlich zur »Sommermusik« auf dem Alten Friedhof, die in diesem Jahr für den 8. Juni angesetzt ist.

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