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Michael Schönbeck aus Spenge ist Vorsitzender des Ausschusses für Digitales und IT der Landschaftsversammlung

„Der LWL muss digitaler werden“

Spenge (WB)

Michael Schönbeck hat viele Funktionen: Der 36-Jährige ist Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Spenge, für die CDU im Kreistag und dort Fraktionsvorsitzender. Als Vertreter des Kreistags sitzt er seit 2014 auch in der Landschaftsversammlung des LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe). Nun ist ein weiteres Amt hinzugekommen: Schönbeck ist zum Vorsitzenden des neu gegründeten LWL-Ausschusses für Digitales und IT gewählt worden.

Ruth Matthes

Michael Schönbeck bei der Sitzung der Landschaftsversammlung. Dort ist er zum Vorsitzenden des neuen Ausschusses für Digitales und IT gewählt worden. Foto:

„Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass ich als relativer Neuling mit diesem Amt betraut wurde, aber ich habe mich sehr gefreut, als ich einstimmig vorgeschlagen und dann auch gewählt wurde“, sagt Schönbeck.

Der gelernte Fachinformatiker ist beim Thema Digitales und IT in seinem Element. „Es ist gut, dass die CDU-Fraktion in der Landschaftsversammlung erkannt hat, dass es ein wichtiges Zukunftsthema ist.“ Der Ausschuss ist eines von drei neuen Gremien. Außer ihm gibt es künftig einen Ausschuss für Klima und Umwelt und einen für den Maßregelvollzug. Neben Schönbeck vertreten Hans Ebmeyer (SPD) und Angelika Fleischer (Grüne) den Kreis in der Versammlung.

Als seine größte Aufgabe als Vorsitzender sieht Schönbeck die Digitalisierung der Verwaltung. „Dort gibt es Bereiche, in denen Mitarbeiter durch Automatisierung von Abläufen – etwa bei der Antragsbearbeitung auf Eingliederungshilfe – entlastet werden könnten.“ Dafür hätten sie mehr Zeit, um sich um kompliziertere Fälle zu kümmern und für das persönliche Gespräch. Auch Homeoffice wäre leichter möglich.

Als Leiter der Niederlassung Bielefeld der Firma SBE Network Solutions kümmert sich Schönbeck seit 2006 um technologische Lösungen für den Bildungsbereich. „Wir haben die städtischen Schulen in Bielefeld schon im Frühjahr 2020 mit Software für das Distanzlernen versorgt, zudem wurden etwa 14.000 iPads über unsere Lösung eingebunden“, berichtet er.

Wichtig sei dabei, dass die Schüler zu Hause dieselben Zugangsdaten in die Cloud hätten, wie wenn sie in der Schule digital arbeiten. Das habe seine Firma auf der Grundlage von Microsoft Teams ermöglicht und stelle diese Anbindung auch für die HPI Schul-Cloud, die Lernplattform des Bundes, in Aussicht. Leider sei dies noch längst nicht überall der Normalfall. Oft seien die bisherige Schulplattform und die neue Lernplattform (zum Beispiel Logineo) nicht kompatibel.

Kritisch sieht er auch, dass in Deutschland jedes Bundesland seine eigene Lernplattform entwickelt. „Wie wir jetzt zu Beginn des zweiten Lockdowns in den Schulen gesehen haben, reichen die Rechner-Kapazitäten dieser Plattformen nicht aus und das Netz bricht immer wieder zusammen.“

Einfacher wäre dies, wenn alle die bundesweite Schulcloud nützten, die es mit der HPI-Schul-Cloud bereits gebe. „Sie wird zum Beispiel von Niedersachsen genutzt – angepasst an die dortigen Anforderungen.“ Wichtig seien offene Schnittstellen in die Cloud, damit Schüler, egal welches System sie benutzen, einen Zugang bekommen können.

Ein Problem in den Schulen sei auch das Fehlen von Administratoren. „Die Lehrer brauchen das Werkzeug, um die Geräte problemlos verwalten zu können. Schließlich sollen sie ja in erster Linie unterrichten.“

Was die Finanzierung weiterer Tablets angeht, die auch in Spenge an der Gesamtschule ein Thema ist, favorisiert Schönbeck ein System, bei dem Eltern ein Entgelt zahlen, wenn das Kind das Gerät auch privat nutzen will. „Dafür muss es natürlich möglich sein, in der Schule nur die Apps zu aktivieren, die zum Unterricht gehören.“

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