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Feierstunde für Ehrenamtliche des Kirchenkreises Herford in der Spenger Moor Ranch

Diakoniestationen danken Wegbegleitern

Spenge (WB). Fest angestellte Pflegekräfte haben häufig ein »vertragliches Verhältnis mit dem Patienten«, meint Michael Schoenfeld, Geschäftsführer der Diakoniestationen im Kirchenkreis Herford. Ehrenamtliche hätten dagegen mehr Zeit für Gespräche oder zum Spielen. 100 von ihnen haben am Donnerstagabend an einer Feierstunde auf der Moor Ranch teilgenommen.

Angelina Zander

Ulrich Sawatzki (von links), Angelika Döring, Jens Lehmann, Astrid Hüske, Susanne Mesterheide, Michael Schoenfeld und Gerd Meyer begrüßen Kabarettist Harald Meves bei der Feierstunde für Ehrenamtliche der Diakoniestationen im Kirchenkreis Herford. Foto: Angelina Zander

»Leute, die über 50 Jahre alt sind, sind bei uns endlich mal gefragt«, stellt Astrid Hüske, koordinierende Fachkraft der Diakoniestationen, zufrieden fest. Bei einer Feierstunde mit Buffet und Unterhaltungsprogramm haben die Verantwortlichen der Diakoniestationen »Danke« gesagt an die zahlreichen Ehrenamtlichen. Insgesamt seien es 156, die eine oder zwei Personen betreuen und ihnen ihre Zeit schenken. Doch nicht nur diejenigen, die sich beim Betreuungsdienst engagieren, waren eingeladen worden. Auch die Ehrenamtlichen des Bünder Netzwerkes »Bürger für Bürger« und der Kaffeestuben in Hiddenhausen, Rödinghausen, Bünde und Herford kamen, um Andere kennenzulernen, die ihre Freude am Umgang mit Menschen teilen.

Dank kommt gut an

Dass extra für sie eine Feierstunde organisiert worden war, ehrte Daniela Renz aus Bünde: »Dank kommt immer an«, sagte sie, nachdem sie die Rede des Geschäftsführers gehört hatte. Die Dankbarkeit, auch der zu betreuenden Personen, ist auch für Irina Maier wichtig, die seit einem Jahr ehrenamtlich eine 91-jährige Dame betreut: »Ich habe eine Fortbildung zur Betreuungsassistentin gemacht. Es macht Spaß und Sinn, das Gelernte anzuwenden. Ich motiviere die Dame und mache mit ihr Gymnastik.« »Wir sind Mädchen für alles«, fasste Anja Jaksties-Borgmann die Arbeit zusammen. »Wir kaufen ein, gehen spazieren, singen oder backen Kuchen«, ergänzte Gisela Melic.

Da sich die Ehrenamtler Zeit nehmen können, seien sie für die Diakoniestationen im Kreis Herford unerlässlich, sagte Astrid Hüske. Jedem Ehrenamtler würden höchstens zwei zu betreuende Personen zugeordnet, erklärte sie – damit kein Zeitdruck entsteht. Und weil die Ehrenamtler so viel Zeit mit den Personen verbringen, müsse die Chemie stimmen. »Ehrenamt braucht Professionalität«, betonte Hüske. Zentral von Hiddenhausen aus werden die Ehrenamtler in die Städte verteilt.

Guter Zulauf

Wenn eine Anfrage kommt, prüfen die Hauptamtlichen zunächst vor Ort, welche Bedürfnisse die jeweilige Person hat. Dann stelle man die Ehrenamtlichen den zu betreuenden Personen vor. In den vergangenen zehn Jahren habe sich dieses Vorgehen bewährt – es gebe einen guten Zulauf, viele Ehrenamtler habe die Diakoniestation auch halten können, berichtete Astrid Hüske.

2017 haben die Diakoniestationen im Kreis ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Nicht mit einer, nicht mit zwei, sondern gleich mit drei Veranstaltungen. Am 7. Juli wurde der offizielle Teil abgehalten, am 24. November die Hauptamtlichen eingeladen und am Donnerstag bedankten sich die Verantwortlichen offiziell bei den Ehrenamtlichen. Dafür wurde ein Gast eingeladen, der den Abend unterhaltsam auflockern sollte: Kabarettist Harald Meves. Er erzählte, stilecht mit »Ostwestfalen«-Tasche, von den Marotten der Ostwestfalen. »Das kürzeste Gespräch von zwei Ostwestfalen hat nur zwei Wörter: ›Und? Muss.‹«.

Kabarett auf ostwestfälisch

Außerdem stellte er die Innovation der Region vor: Die Eichhörnchen-Brücke in Vlotho. Ein über die Straße gespanntes Seil zwischen den Bäumen. Für Meves habe sich jedoch im Winter die Frage gestellt: »Wer hat eigentlich die Verkehrssicherheitspflicht bei Schnee?«.

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