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Förderbescheid über 200.000 Euro die Mühle in Hücker-Aschen liegt vor

Die Sanierung kann beginnen

Spenge (WB). Die dunklen Wolken, die Mittwoch über der Mühle in Hücker-Aschen lagen, waren ein reines Wetterphänomen. Die Stadt Spenge hat nämlich gute Nachrichten: Der Förderbescheid für die Sanierung des Denkmals in Höhe von knapp 200.000 Euro liegt nun Schwarz auf Weiß vor.

Ruth Matthes

Die Hücker-Aschener Windmühle kann nun saniert werden. Foto: Ruth Matthes

»Das Geld ist ab sofort abrufbar«, erklärte Günter Heidemann, der bei der Bezirksregierung in der Abteilung Ländliche Entwicklung für die Mittelvergabe zuständig ist. Er war eigens ins Rathaus gekommen, um den Bescheid an Bürgermeister Bernd Dumcke und dessen allgemeinen Vertreter, Bernd Pellmann, zu überreichen.

Aufträge werden nun vergeben

»Nun werden wir schnellstmöglich ein Ingenieurbüro damit beauftragen, die verschiedenen Gewerke auszuschreiben«, versicherte Dumcke erfreut. Und da kommt einiges zusammen: Aufträge werden vergeben für Zimmererarbeiten, Natursteinarbeiten, Dachdecker-, Maler- und Klempnerarbeiten. Hinzu kommen Dienstleistungen von Planern, Bauleiter und Statiker.

Holzbalken von Pilz befallen

Seit November 2018 ist die Dieckmann’sche Mühle von 1861 am Gehlenbrink/Ecke Windmühlenweg geschlossen. »Gutachter Christoph Probst hatte damals akute Einsturzgefahr signalisiert«, sagt Bernd Dumcke. »Das Hauptproblem liegt im Übergang zwischen dem Mauerwerk und der eigentlichen Mühlenkonstruktion«, erklärte Pellmann. Die Holzbalken im Innern, also die tragende Konstruktion unterhalb des Kopfes, sind vom Pilz befallen. Die Schädlingsbekämpfung ist daher mit einem mittleren fünfstelligen Betrag eingeplant. Zudem ist die Dichtung des Mühlenrings stark angegriffen, so dass Wasser eindringt. Auch das Mauerwerk rings um die Mühle ist schadhaft.

Nachdem die Stadt im Januar 2019 von den Fördermöglichkeiten im Rahmen der Dorferneuerung erfahren hatte, nahm die Verwaltung Kontakt zu Heidemann auf und holte mit seiner Unterstützung Kostenvoranschläge für die Sanierung ein, die sich auf eine Gesamtsumme von 306.000 Euro belaufen. »In einer Rekordzeit von anderthalb Wochen hatten wir den Antrag auf 65-prozentige Förderung gestellt«, berichtete Pellmann. Die restlichen 35 Prozent hat der Rat für die Mühlensanierung im Februar in den Doppelhaushalt 2019/2020 eingestellt.

Mühle ein Treffpunkt im Ort

Dass die Fördermittel fließen, hat die Stadt nicht zuletzt dem Engagement der Hücker-Aschener zu verdanken. »Wir fördern besonders diejenigen Objekte, die als Treffpunkt für einen Ort wichtig sind«, erklärte Heidemann. Der aktive Heimatverein Hücker-Aschen sorge mit viel bürgerschaftlichem Engagement dafür, dass die Mühle ein solcher Ortsmittelpunkt sei, lobte Dumcke.

Die Windmühle in Hücker-Aschen gehört der Familie Dieckmann, die Stadt Spenge hat sie 1979 für 1420 D-Mark auf Erbpacht für 99 Jahre gepachtet. Die Wallholländer Mühle, die sich durch einen drehbaren Kopf auszeichnet, wurde 1948/49 auf Motorbetrieb umgestellt und 1955 stillgelegt. Letzter Pächter war Müllermeister Walter Maurer. Seit 1986 steht sie unter Denkmalschutz.

Arbeiten sollen 2020 beginnen

Wann die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind und die Mühle wieder geöffnet werden kann, wagte Bürgermeister Bernd Dumcke noch nicht zu prognostizieren. »Angesichts der Tatsache, dass wir Spezialfirmen benötigen, die sich mit historischen Windmühlen auskennen, und die Baubranche derzeit sehr stark ausgebucht ist, kann ich keine genauen Termine nennen«, erklärte er. »Auf jeden Fall wollen wir im kommenden Jahr mit den Arbeiten beginnen«, versicherte er. Die Vorbereitungen würden sofort in Angriff genommen.

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