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Werburg-Verein: Seit 16 Jahren Vorsitzender – Ausstellung zu Klimawandel in Planung

Dr. Werner Best kandidiert erneut

Spenge (WB/gge). Seit 16 Jahren hat Dr. Werner Best den Vorsitz beim Werburg-Verein Spenge inne. Am heutigen Donnerstagabend, 21. Februar, dürfte seine achte Amtsperiode (über jeweils zwei Jahre) besiegelt werden. »Ich stelle mich noch mal zur Wahl«, sagt der 67-jährige. Gegenkandidaten gibt es nicht. So dass es als höchst wahrscheinlich gilt, dass der Archäologe im Ruhestand weitermachen kann. Die Jahreshauptversammlung beginnt um 19 Uhr im Bürgerzentrum an der Poststraße 6A.

Dr. Werner Best (67) ist seit 2003 Vorsitzender des Werburg-Vereins in Spenge. Seine Wiederwahl steht an. Foto: Gerhard Hülsegge

Für den Werburg-Verein ist Dr. Werner Best ein Glücksfall. Der ehemalige Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wohnt nicht nur in Spenge. Auch hat er vielerlei Grabungen an der Werburg selbst durchgeführt und maßgeblich zur Errichtung des Museums im Herrenhaus beigetragen. »Gewisse Dinge sind noch nicht beendet«, sagt der verheiratete Vater von zwei Töchtern. Zurzeit wird die Werburg-Scheune museal ertüchtigt. Eine Wandheizung ist verlegt, wird mit grobem Lehmputz überzogen, damit die Räume auch im Winter genutzt werden können. Waren Tischler und Maler da, soll am 1. März zum Narzissenfest Wiedereröffnung gefeiert werden.

Scheune nun Teil des Museums

»Die Scheune der Werburg im Wandel der Zeiten« ist der Vortrag überschrieben, den Dr. Best heute Abend nach Abhandlung der Regularien vor den Mitgliedern des Werburg-Vereins halten wird. Zwischen 1804 und 1836 errichtet, diente das Gebäude einst als landwirtschaftliches Gebäude, aufgeteilt in Lager- und Stallfläche. 1987 wurde es auf Betreiben des damaligen Amts- und Stadtdirektors von Spenge, Günter Hemminghaus, komplett zerlegt und mit teils neuem Fachwerk wieder aufgebaut.

Danach wurde die Scheune multifunktional für Konzerte, Kleinkunstveranstaltungen oder plattdeutsche Stunden genutzt. Auch private Feiern durften dort abgehalten werden. Damit ist jetzt (auch wegen Beschwerden der Nachbarn über zu viel Lärm) Schluss. Dafür erhält die Museums-Pädagogik einen festen Standort, können Schulklassen beim Besuch des Museums unweit des Herrenhauses betreut werden. Außerdem erhält der Obst- und Gartenbauverein, der den Burggarten pflegt, Unterstellmöglichkeiten für seine Geräte. Außerdem entsteht ein kleiner Magazinraum, in dem Museums-Materialien gelagert werden können.

Klimawandel war immer Thema

Für 2020 plant Dr. Werner Best mit den anderen Aktiven des Werburg-Vereins eine höchst aktuelle Ausstellung unter dem Arbeitstitel »Klima, heizen, Brennstoffe in der kleinen Eiszeit«. Sie soll zeigen, dass der Klimawandel auch Ende des 14. bis Mitte des 19. Jahrhunderts schon ein Thema war. Kuh-Dung und Torf aus dem Hücker Moor dienten den Menschen als Heizmaterial. Und die kleine Eiszeit hatte auch kulturhistorische Auswirkungen. »Nach jeder kalten Nacht nahmen die Hexenverfolgungen zu«, berichtet Dr. Best. Hunderte von Frauen, die fürs Wetter verantwortlich gemacht wurden, seien vor allem in Lemgo, Herford und Minden angeklagt und getötet worden.

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