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Stadt Spenge arbeitet am Gleichstellungsplan bis 2022

Frauen wollen mehrFührungspositionen

Spenge (WB). 77 (66,4 Prozent) der 116 Beschäftigten im Spenger Rathaus sind weiblich. Aber nur 25 Prozent der Führungspositionen sind von Frauen besetzt. Das soll sich ändern – mit einem Gleichstellungsplan bis 2022.

Gerhard Hülsegge

Anke Käller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Spenge, hat den Gleichstellungsplan für die Kommune in Zusammenarbeit mit dem Personalrat entwickelt und im Fachausschuss vorgestellt. Die Expertise umfasst 25 Seiten. Foto: Gerhard Hülsegge

»Es ist, wie es ist«, sagt Anke Käller, Gleichstellungsbeauftragte der Kommune. Und fügt sogleich hinzu: »Das ist nicht so toll. Daran müssen wir arbeiten.« Dieser Ansicht sind auch Spenges Politiker. Die Mitglieder des Sozial- und Gleichstellungsausschusses des Rates haben deshalb den Gleichstellungsplan der Stadt Spenge jetzt einstimmig für gut befunden. Er ist für den Zeitraum 2017 bis 2022 entwickelt worden und muss nun nur noch vom Hauptausschuss (am 28. Juni) und vom Rat (am 12. Juli) verabschiedet werden.

Das Land ist Vorreiter

Das NRW-Landesgleichstellungsgesetz (LGG) verpflichtet jede Dienststelle mit mindestens 20 Beschäftigten im Rahmen ihrer Zuständigkeit für Personalangelegenheiten jeweils für den Zeitraum von drei bis fünf Jahren einen Gleichstellungsplan zu erstellen und diesen nach Ablauf fortzuschreiben. Federführend bei der Erstellung des Spenger Plans waren Anke Käller und der Personalrat.

25 Seiten umfasst die Expertise, die für die nächsten vier (in Gänze fünf) Jahre die Richtung vorgeben soll. In Kraft treten soll der Plan rückwirkend per 1. August 2017. »Das hat seinen Grund in der Datenerhebung«, erläutert Käller den ungewöhnlichen Zeitrahmen (schließlich lässt sich für das vergangene Jahr nicht mehr viel ändern). Am Stichtag arbeiteten 53 Frauen (69 Prozent) in Teilzeit, aber nur ein Mann. Angestrebt wird eine Besetzung auch von Führungspositionen (Bürgermeister und drei Fachbereichsleitungen) zu 50 Prozent durch weibliche Personen.

Zwei Posten 2018 vakant

»Ein Ziel ist es deshalb, geeignete weibliche Kräfte durch gezielte Förderung auf die Übernahme von Führungspositionen vorzubereiten und so ihre Chancen bei möglichen Auswahlentscheidungen zu verbessern«, heißt es im Planentwurf. Teilzeitbeschäftigung dürfe dabei kein Ausschlusskriterium sein. Zurzeit ist in Spenge eine Fachbereichsleitungsstelle in Teilzeit besetzt. Vorgesehen ist, noch 2018 zwei weiteren Mitarbeiterinnen eine Abteilungsleitung zu übertragen.

Deutlich unterrepräsentiert sind Frauen nach Ansicht von Käller im Bereich des Gehobenen und des Höheren Dienstes. So weist die Besoldungsgruppe A12 nur Männer und keine einzige Frau auf. »Hier ist eine paritätische Aufteilung anzustreben«, meint Anke Käller. Das Ungleichgewicht mache sich auch bei der Besoldung bemerkbar.

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