Sandra Loos, kommissarische Leiterin der Grundschule Spenge, erklärt, wie der neue Corona-Test funktioniert

„Für Kinder ist der Lolli eine Erleichterung“

Spenge

Sandra Loos ist als kommissarische Leiterin der Grundschule Spenge/Hücker-Aschen derzeit vor allem als Corona-Krisenmanagerin gefragt. Neueste Herausforderung: die Organisation der Lollitests, die voraussichtlich von Montag an eingesetzt werden.

Ruth Matthes

Sandra Loos zeigt die Test-Kits: links die Lollis mit dem Röhrchen für den Pool-Test und rechts der Test, mit dem die Eltern im Zweifelsfall bei ihren Kindern einen Abstrich machen müssen. Foto: Ruth Matthes

„Gerade erst habe ich die Infos vom Labor bekommen, wie das Ganze ablaufen soll“, sagt Loos am Donnerstagvormittag. Sie muss nun erst einmal alle 283 Schülerinnen und Schüler online registrieren, damit die Proben später auch zugeordnet werden können. Eltern und Lehrer müssen informiert werden. Im Falle der Grundschule Spenge ist ein Labor in Leverkusen für die Auswertung zuständig.

Bei dem Lollitest handelt es sich um einen Pool-Test. Das heißt, dass alle Schüler der halbierten Klasse ihre Stäbchen in einem großen Röhrchen sammeln, das dann etikettiert und an das Labor geschickt wird. Zuvor muss die kommissarische Schulleiterin den Strichcode der Röhrchen jedoch noch über eine Handy-App einscannen und online den einzelnen registrierten Klassengruppen zuordnen.

Die Kinder selbst müssen lediglich ein Wattestäbchen wie einen Lolli 30 Sekunden lag im Mund bewegen. Der Pool wird dann vom Labor untersucht, das das Ergebnis zwischen 21 Uhr und spätestens 6 Uhr des Folgetages ins Netz stellt. „Dort muss ich es dann abrufen und im Falle eines positiven Befundes die Eltern informieren und bitten schnellstmöglich einen Corona-Test an ihren Kindern vorzunehmen, der schon um 8 Uhr bei uns sein muss. Er soll abklären, welches Kind der Gruppe wirklich infiziert ist“, erklärt sie. Die Kontrolltests erhalten die Eltern am ersten Schultag. Der Bote sammelt die Tests bis 9 Uhr ein.

Sandra Loos

Das zweite Ergebnis gibt es dann am Tag darauf vor Schulbeginn. Bis dahin ist für die halbe Klasse erst einmal eine häusliche Isolation angesagt. „Für das positiv getestete Kind verhängt das Gesundheitsamt dann offiziell die Quarantäne. Ob weitere Schülerinnen oder Schüler mit in Quarantäne müssen, weil sie Kontakt zu dem betroffenen Kind hatten, entscheidet das Amt.“

Zeitlich sei die Abgabe der Einzeltests eine ziemlich knappe Angelegenheit, urteilt Loos, „vor allem, wenn man bedenkt, dass um 7 Uhr bereits die Notbetreuung beginnt“.

Grundsätzlich begrüßt sie die Einführung der Tests, sind sie doch für die Kinder leichter zu handhaben. Die Ergebnisse sollen in ihrer Verlässlichkeit einem PCR-Test nahe kommen und damit sicherer sein als die Nasenabstriche, die die Jungen und Mädchen bisher zweimal die Woche vornehmen mussten.

Zudem sei es ein Gewinn, dass die Testungen mit dem Watte-Lolli viel weniger Zeit in Anspruch nähmen. „Während wir bisher fast die ganze erste Unterrichtsstunde damit beschäftigt waren, gehen uns jetzt nur noch zehn Minuten verloren“, erklärt die kommissarische Schulleiterin.

Ob die Lollitests am Montag wirklich zum Einsatz kommen, ist derzeit noch unklar: „Ich gehe davon aus, dass die Inzidenzwerte fünf Werktage unter 165 bleiben, so dass das Distanzlernen beendet werden kann“, sagt Loos. Definitiv mitgeteilt wird ihr das aber voraussichtlich erst am Wochenende. Dann kann sie auch erst Kinder und Eltern über die Schulplattform informieren.

Bedenken von Eltern, dass es nach einem schnellen Wiedereinstieg wieder zu einer steigenden Inzidenz kommen könne und so ein dauerndes Hin und Her zwischen Distanz- und Wechselunterricht entstehe, kann sie nachvollziehen: „Aus Infektionssicht halte ich es auch für gefährlich, aber aus pädagogischer Sicht denke ich: Die Kinder sollten so viel wie möglich in der Schule sein.“ Es habe sich gezeigt: „In der Schule selbst hat sich bei uns bisher kein Kind angesteckt.“

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