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Einbruchgefahr – Spenger Gastronom Frank Andernacht: „Im Notfall kommen Rettungskräfte nur schwerlich zum See“

Gefährliches Vergnügen am Hücker Moor

Spenge (WB)

Eisvergnügen auf dem Hücker Moor – am Wochenende waren so einige Schlittschuh-Läufer auf der gefrorenen Fläche unterwegs. Offiziell erlaubt ist das nicht und kurz vor dem Wochenende hatte die Stadt Spenge noch vor dem Betreten des Eises gewarnt. Es sei zu dünn.

Kathrin Weege

Auf dem Hücker Moor waren am Wochenende einige Eisläufer unterwegs. Zumindest auf diesem Bild ist zu sehen: Die Bürger halten sich an die Abstandsregeln. Foto:

Frank Andernacht, Pächter der Moor-Ranch, war am frühen Sonntagmorgen vor Ort. „Da war zwar nichts los, aber es waren Spuren vom Eislaufen auf der Fläche zu sehen“, sagt er. Er selber heißt die Aktion nicht gut. Besonders geärgert habe ihn ein Beitrag in einer lokalen Facebook-Gruppe, in dem quasi dazu aufgerufen wurde, zum Hücker Moor zum Eislaufen zu kommen. Es hieß dort: „Langeweile? Hücker Moor Schlittschuhlaufen geht.“

„Aktuell ist die Gastronomie coronabedingt geschlossen, Parkplätze und Wege zum Hücker Moor nicht geräumt. Passiert beim Schlittschuhfahren jemandem etwas – bricht er beispielsweise ins Eis ein – dann können die Rettungskräfte nur schwerlich zum See kommen“, meint er. Eine gute Freundin habe ihn am Wochenende angerufen, berichtet, dass sie auf dem Eis am Hücker Moor gewesen sei. Es sei einiges dort los gewesen. „Sie sagte, dass es sehr verdächtig geknackt habe, so dass sie das Eis aus Angst einzubrechen schnell wieder verlassen hat“, berichtet Andernacht.

Der Pächter der Moorranch hält das Eisvergnügen aber noch aus einem anderen Grund für nicht ungefährlich. Schließlich gelten auch draußen Corona-Regeln und ob die am Winterwochenende immer eingehalten wurden, bezweifelt er und merkt noch mal an: „Wir Gaststätten sind seit November schon im Komplett-Lockdown.“

Auf Anfrage bei der Polizei und der Stadt Spenge war zu erfahren, dass es am Hücker Moor keine Einsätze gegeben hat – anders als in Herford. Dort hatte die Polizei den Rodel-Spaß wegen Nicht-Einhaltens der Corona-Regeln aufgelöst. Am Wochenende war sie erneut vor Ort – diesmal, weil die Straße zum Homberg von Wintersportfreunden zugeparkt war.

Kommentar von Kathrin Weege

Es ist verständlich, dass die Bürger das Winter-Wonder-Land im Lockdown genießen möchten. Doch das Eisvergnügen auf dem Hücker Moor und auf anderen Teichen ist nicht ungefährlich, da es immer noch nicht lange genug kalt für eine ausreichend dicke Eisschicht war. Und wer trägt am Ende die Verantwortung, wenn jemand einbricht? Ganz zu schweigen davon, ob die Corona-Regeln auch eingehalten wurden. Im benachbarten Bielefeld gab es jede Menge Verstöße.

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