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Museumsfest an der Werburg mit viel Programm

Historisches Leben und Arbeiten gezeigt

Spenge (WB). Das Holzständerwerk ist aufgestellt und fertig verzapft. Jetzt fehlt nur noch der Richtkranz auf der Firstfette. »Das haben wir heute schon einige Male gemacht«, sagt Museumspädagogin Sonja Voss mit Blick auf das kleine Fachwerkgebäude. Beim Museumsfest an der Werburg herrschte reges Treiben.

Daniela Dembert

Die Mitglieder des Vereins »Drey Wunder« zeigen Kampfszenen mit verschiedenen Waffen und erklären den Besuchern die dafür typischen Bewegungsabläufe. Foto: Daniela Dembert

Mehrere hundert Interessierte besuchten das Gelände und ließen sich an diversen Ständen in den Bann mittelalterlichen Lebens ziehen. Gefeiert wurde das 550. Jubiläum der Werburg und der zweite Geburtstag des Museums. Was bestimmte zu Zeiten der Gutsherren Von Ledebur das Leben an der Werburg? Wie kleidete man sich? Wie gestaltete sich handwerkliches Arbeiten?

Vorführungen und Mitmachangebote

Antworten auf diese Fragen fanden die Besucher in Vorführungen und Mitmach-Angeboten. Die Schreibwerkstatt lehnte an die aktuelle Sonderausstellung im Museum an. Besucher pressten dort Papier aus Zellstoffbrei zu Bögen. Mit Feder und Tinten aus Erden und Pflanzenbestandteilen erprobten sie das Zeichnen und Schreiben.

Gekleidet in mittelalterlicher Kluft präsentierte der Verein »Drey Wunder« Zweikampfsituationen mit verschiedenen Waffen und musizierte auf mittelalterlichen Instrumenten wie Flöte und Dudelsack. »Wir legen Wert auf Authentizität, weniger auf Dramatik«, erklärte der Living History-Darsteller Nico Lüdike. Aus alten Quellen schöpfen die Vereinsmitglieder ihre Erkenntnisse über historische Kampfkünste und setzen diese im Training um. Anders als häufig in Filmen dargestellt, sind die Kämpfe bestimmt durch Parieren, durch wendige, kleine Bewegungen, nicht durch große, zeit- und kraftraubende Schwungbewegungen, stellte Lüdike klar.

Langer Weg zum Kleidungsstück

Das Ehepaar Brigitte und Peter Berndt zeigte beim Museumsfest die verschiedenen Schritte der Verarbeitung von Flachs und Schafwolle zu Garn. »Hier sieht man sehr schön die Unterschiede in der Verarbeitung von tierischen und pflanzlichen Fasern«, erklärte Sonja Voss. Jedoch sei es egal, welche Faser gewählt werde: Der Weg zum fertigen Kleidungsstück sei ein langer. Eine weitere Attraktion des Museumsfest war die Burgolympiade. Geschicklichkeit und Kraft stellten die Teilnehmer zum Beispiel beim Tauziehen, Erbsenweitspucken und Ringestechen unter Beweis.

»Beim Museumsfest haben wir bewusst auf Verkaufsstände verzichtet weil es darum geht, einen Eindruck mittelalterlichen Lebens zu vermitteln«, erklärte Dr. Werner Best, Vorsitzender des Museumsfördervereins. Handgefertigte Produkte werde es auf dem Herbstmarkt zu kaufen geben.

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