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Kooperation der Bücherei Spenge und der Regenbogen-Gesamtschule soll Neugier auf Bücher wecken

Lesetipps von Jungs für Jungs

Spenge

Ein schüchterner Junge wächst über sich hinaus und hilft, das Reich der Phantasie zu retten. Es ist der moderne Kinder- und Jugendbuchklassiker „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, den Ansgar Heuer-Langer sich zum Vorlesen ausgesucht hat.

Von Daniela Dembert

Mehr als 40 Sechstklässler der Regenbogen-Gesamtschule sind ins Bürgerzentrum gekommen, um sich dort unter dem Motto „Jungs lesen für Jungs“ von Ansgar Heuer-Langer, Emin-Alessandro Laskowski und Thorsten Herklotz drei spannende Bücher vorstellen zu lassen. Foto: Daniela Dembert

Zum neunten Mal hat die Aktion „Jungs lesen für Jungs“, eine Kooperation der Bücherei Spenge und der Regenbogen-Gesamtschule (RGS) zur Leseförderung bei Jungen stattgefunden. Mehr als 40 Schüler des sechsten Jahrgangs haben im Bürgerzentrum von Thorsten Herklotz, dem Leiter des Spenger Bauamtes, Heuer-Langer, dem Oberstufenkoordinator der RGS und Emin-Alessandro Laskowski, einem Schüler der Oberstufe, spannende Literatur vorgestellt bekommen.

„Die unendliche Geschichte ist 1979 erschienen. Da war ich elf Jahre alt, so alt wie die Jungs, denen ich heute vorlese. Ich war damals sehr gefesselt von der Geschichte“, blickt Heuer-Langer zurück. Drei Fernsehprogramme in Schwarz-Weiß, kein Computer, kein Handy – damals habe es schlicht nicht so viele andere Verlockungen gegeben, erzählt der Pädagoge den Schülern.

Viel lesen fördert die Rechtschreibung

Durch gute Bücher wie dieses werde die Begeisterung am Lesen geweckt, ist der Deutschlehrer überzeugt. Und das sei enorm wichtig, denn um die Lesekompetenz bei Jungen im Teenageralter stehe es nicht zum Besten.

Das mache sich nicht nur beim Verständnis von Lerntexten und Aufgabenstellungen bemerkbar, wie Heuer-Langer und Bärbel Krell, an der Schule zuständig für Leseförderung, berichten: „Die Rechtschreibung ist schlechter als bei denen, die viel lesen und auch in der Ausdrucksweise macht es sich bemerkbar.“ Viel gravierender finde er allerdings den Fakt, dass den Nichtlesern so viel Schönes entgehe, betont Heuer-Langer.

Einer, der das für sich erkannt hat, ist Emin-Alessandro Laskowski. Er gehörte zu den ersten Jahrgängen, die in den Genuss des Vorlese-Events gekommen sind. „Damals waren noch Spieler von Arminia Bielefeld dabei, die gelesen haben“, blickt der 19-Jährige zurück. „Selber habe ich zu der Zeit nicht viel gelesen. Heute lese ich gern Fantasy, Romantik-Romane und ähnliches.“

Für seine jungen Mitschüler hat er ein Buch ausgesucht, in dessen Plott es um eine Freizeitgestaltung geht, die dem Lesen heutzutage arge Konkurrenz macht: das Spielen am Computer. „Galactic Gamers“ heißt der Schmöker, in dem Autor Karl Olsberg die Geschichte von Felix erzählt, der von Außerirdischen abgeholt wird, um als bester Gamer der Erde bei den intergalaktischen Spielen anzutreten.

Harte Konkurrenz ist der Computer

Bei Thorsten Herklotz ist es noch gar nicht so lange her, da hat er seinem Sohn Geschichten vorgelesen. Gern vertritt er bei dieser Gelegenheit Bürgermeister Bernd Dumcke und liest den Jungs aus der Abenteuergeschichte „Malamander“ von Thomas Taylor vor.

Um Schüler und Schülerinnen fürs Lesen zu begeistern, laden Bücherei-Leiterin Dagmar List und ihr Team die fünften Klassen der RGS jährlich zu Führungen ein, bei denen den Kindern das Repertoire der Bücherei vorgestellt, das Ausleihprozedere erklärt und ein Büchereiausweis ausgestellt wird.

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