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Bisher keine Nebenwirkungen aufgetreten – auch corona-positive Bewohner konnten in Spenge Spritze erhalten

Martinsstift: 230 Bürger geimpft

Spenge (WB)

Große Erleichterung im St. Martins-Stift: In einer großen Impfaktion konnten am Samstag 230 Menschen – Bewohner, Mitarbeiter und weitere Bezugspersonen – gegen das Coronavirus geimpft werden.

Daniela Dembert

Die Bewohner und Mitarbeiter des St. Martins-Stifts sind die ersten, die in Spenge eine Corona-Impfung erhalten haben. Foto: Ruth Matthes

Auch die vor wenigen Tagen positiv getesteten Bewohner eines Wohnbereiches konnten ebenfalls mit Impfstoff versorgt werden. „Glücklicherweise hatte im Vorfeld keiner der Infizierten Fieber bekommen, sodass wir in Absprache mit dem Gesundheitsamt geimpft haben“, erklärt Einrichtungsleiter Dr. Matthias Kramer.

Einige Tage lang hatte das Impfvorhaben zum jetzigen Zeitpunkt wegen der positiven PCR-Tests von acht Bewohnern und zwei Mitarbeitern auf der Kippe gestanden. Wegen ausbleibender Symptome hatte die zuständige Behörde aber grünes Licht für die Aktion gegeben.

Lena Rjasanov, Lisa Lenzen, Kerstin Thomas-Weißmann, Tatjana Brinkmann (alle Praxis Droste), Dr. Michael Droste und Einrichtungsleiter Dr. Matthias Kramer konnten die Impfaktion am Samstag erfolgreich abschließen. Foto:

Die Mediziner Dr. Michael Droste, Andreas Schimke und Dominic Schubert stellten gemeinsam mit sechs medizinischen Mitarbeitern drei Teams, die die Bewohner des Stifts in den Wohnbereichen besuchten und die Mitarbeiter im Foyer und Gemeinschaftsraum des Erdgeschosses versorgten.

„Ich habe lange nicht mehr so viele Menschen auf einmal hier im Haus gesehen. Die lange Schlange erinnerte fast an das Abholen der Tombolapreise bei unserem Sommerfest, bloß mit wesentlich mehr Abstand“, berichtet Kramer.

Mit dem Ablauf sei er mehr als zufrieden. Früher als erwartet – nämlich bereits am Samstagabend gegen 20 Uhr – waren, abgesehen von drei Senioren, die auf eigenen Wunsch nicht geimpft wurden, alle Impfwilligen behandelt.

Matthias Kramer ist erleichtert: „Nebenwirkungen sind gänzlich ausgeblieben.“

Der Einrichtungsleiter selbst ist mit gutem Beispiel vorangegangen. „Außer der Einstichstelle, die ähnlich wie ein blauer Fleck bei Druck ein wenig schmerzt, spüre ich gar nichts. Das ist wirklich toll“, versichert er.

Auch für die positiv Getesteten verspreche die Behandlung einen positiven Schub.

Schon innerhalb weniger Tage soll nun ein sehr guter Schutz gegen das Virus bestehen, Langzeitimmunität verspricht der zweite Impfdurchgang, der in drei Wochen ansteht.

„Sehr dankbar für die wunderbare Zusammenarbeit mit den Ärzteteams“ sei er, betonte Kramer. Die Aktion sei aufwändig gewesen und das Engagement „keineswegs selbstverständlich“.

Unter den Impfwilligen hatte es keine Ausfälle gegeben. Durch zusätzlich gelieferte Impfdosen konnten statt der angekündigten 180 nun 230 Menschen immunisiert werden, sodass sich kurzfristig noch weitere Mitarbeiter und Bezugspersonen des Hauses zu der medizinischen Vorbeugung entschlossen.

Derzeit laufen für die beiden bisher coronafreien Wohnbereiche des Martins-Stifts PCR-Tests. „Wir wollen einfach auf Nummer sicher gehen und dieses Thema komplett abschließen können“, so Kramer.

Kommentar

Bis kurz vor dem Impfstart hatte es keinerlei Corona-Fälle im Martinsstift gegeben. Und dann am Sonntag vor einer Woche plötzlich ein positiver PCR-Test. Neujahr steht fest: Weitere acht Bewohner und zwei Mitarbeiter sind erkrankt – glücklicherweise alle ohne Symptome.

Doppelt großes Lob gebührt Einrichtungsleiter Dr. Matthias Kramer. Zum einen, weil er die ganze Zeit in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt stand und durch diese Zusammenarbeit wie geplant geimpft werden konnte. Zum anderen aber ist es anzuerkennen, wie offen Kramer über die Situation im Martinsstift informiert hat. Längst nicht alle Einrichtungen – seien es Kitas, Schulen oder Seniorenheime – haben in der Vergangenheit mit so viel Transparenz geglänzt. Genau dieses Vorgehen aber gibt Vertrauen. Mit Kontrollen und Tests hatte das Martinsstift im Vorfeld alles getan, um Ansteckungen zu vermeiden. Das Risiko aber kann niemand komplett ausschließen und am Ende kann keine Einrichtung etwas dafür, wenn es dann doch Coronafälle gibt. Kathrin Weege

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