Erweiterung der Firma Dental Direkt am Industriezentrum in Wallenbrück

Nachbar fordert ausreichend Abstand

Spenge (WB)

Die Erweiterung der Firma Dental Direkt ist von der Kommunalpolitik begrüßt worden. Die Geschäftsführung plant auf dem gegenüberliegenden Grundstück einen neuen Verwaltungs- und Vertriebsstandort. Auf Bedenken stoßen diese Pläne bei Nachbar Karsten Kindermann.

Ruth Matthes

Auf diesem Ackerland, das die Stadt Spenge vor einigen Jahren erworben hat, möchte Dental Direkt expandieren. Im Hintergrund sind die Treibhäuser von Karsten Kindermann zu sehen. Foto: Ruth Matthes

Wie er in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung erklärte, befürchtet er, dass seine an das Grundstück angrenzenden Anbauflächen, auf denen er Saatgut von einheimischen Wildblumen und -gräsern vermehrt, von den neuen Gebäuden zu stark beschattet werden könnten, wenn der Abstand nicht groß genug sei. „Ich produziere dort gebietseigenes Saatgut gemäß Bundesnaturschutzgesetz, das genetisch aus der Region stammt und auch nur in die Region vermarktet werden darf“, erläuterte er. Dabei handele es sich um Intensivkulturen, die viel Personal- und Zeiteinsatz erforderten. „Wenn sich auf der Fläche durch längere Beschattung Veränderungen ergeben, ist das nicht gut für die Pflanzen. Dann fehlt die Belüftung, es besteht bei unserem lehmigen Boden die Gefahr von Staunässe.“

Kindermann hat Angst, dass dann ein wesentlicher Teil seiner Anbaufläche, die ohnehin nicht allzu groß sei, nicht mehr nutzbar ist. Er hat die Befürchtung, dass sowohl der Abstandsstreifen zu seinem Betrieb als auch der Grüngürtel, der laut Flächennutzungsplan das gesamte Gewerbegebiet umfassen sollte, nicht breit genug ausfallen. Gegen den Betrieb selbst habe er nichts: „Dental Direkt ist ein sehr angenehmer Nachbar. Ich möchte nur, dass meine Interessen bei der Planung berücksichtigt werden.“

Ausschussvorsitzender André Schröder (Grüne) versprach ihm, seine Bedenken im Hinterkopf zu behalten. Was den Grünzug angehe, so sei der Klimaschutz ein Thema, das in diesem Ausschuss durchaus gewürdigt werde, so Reinhold Hübers (CDU). Wie auch seine Kollegen Gerd Meyer (SPD) und Ralf Kinnius (UWG) begrüßte er die Tatsache, dass ein heimischer Betrieb so viel Erfolg habe, dass er erweitern wolle. „Wir sollten Dental Direkt die Chance zur Expansion geben, damit die Firma nicht in den Kreis Melle ausweicht“, gab Meyer zu bedenken.

Wie Fachbereichsleiterin Sabrina Held erklärte, habe die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis signalisiert, sie könne sich mit dem Projekt grundsätzlich anfreunden, wenn gewisse Maßnahmen eingehalten würden. Bei den Plänen des Unternehmens handele es sich um einen ersten Entwurf. Genaue Abstände und die Breite des Grünstreifens seien noch zu klären. Der Ausschuss sprach sich bei einer Enthaltung einstimmig für das Projekt aus.

Dental Direkt plant, das bisherige Betriebsgrundstück als reinen Produktionsstandort für Zirkonoxid zu erhalten. Auf dem neuen Grundstück soll ein lang gestrecktes Gebäude entstehen. Dieses beinhaltet im zur Straße hin gelegenen Bereich 400 Quadratmeter Schulungs- und 750 Quadratmeter Bürofläche. Daran schließen sich eine Versandhalle von 1050 und eine Produktionshalle mit 1500 Quadratmetern Fläche an. Im hinteren Teil des Grundstücks möchte Dental Direkt einen Bereich für eine mögliche Erweiterung bereithalten. Der Gebäudekomplex ist dreigeschossig geplant.

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