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Nach Rückzug von WWE: Entsorgungskonzept der OWL-Kooperation im Rat vorgestellt

Neue Lösung für Klärschlamm gesucht

Spenge (WB/rkl). Eigentlich sah alles danach aus, dass sich der Spenger Rat am Donnerstag mit großer Mehrheit für Westfalen Weser Energie als Partner in Sachen Klärschlammentsorgung entscheiden würde. Doch nach dem Rückzug der WWE am 7. Oktober war alles wieder offen.

Nach dem Rückzug der WWE muss die Stadt Spenge eine neue Lösung für ihren Klärschlamm finden. Guido Strathmann stellte die Alternative der Klärschlamm-Kooperation OWL vor. Foto: dpa

Da traf es sich gut, dass Bürgermeister Bernd Dumcke für die aktuelle Ratssitzung ohnehin einen Vertreter der Klärschlamm-Kooperation OWL eingeladen hatte. In der Hauptausschussitzung hatte sich nämlich gezeigt, dass die Kommunalpolitiker noch ein Informationsdefizit hatten, was die Alternativlösung der OWL-Kooperation angeht.

79 Kommunen aus OWL zusammengeschlossen

WWE wollte eigentlich schon in drei Jahren ein neues Kraftwerk in Betrieb nehmen, in dem Klärschlämme verbrannt werden sollten. Doch wegen zu geringer anvisierter Mengen zog sich das Unternehmen nun zurück. Guido Strathmann, Geschäftsbereichsleiter der Kooperation, konnte deshalb – quasi konkurrenzlos – sein Konzept vorstellen.

Wie er erklärte, hätten sich Ende 2018 79 Kommunen aus OWL zusammengeschlossen, um angesichts der Änderungen bei den Abfallklärschlamm-, Düngemittel- und Düngeverordnungen gemeinsam einen Weg aus der Entsorgungskrise zu finden. Sie kommen zusammen auf 40.500 Tonnen Klärschlamm. Diese Menge reiche aus, um eine eigene Mono-Verbrennungsanlage, die sich ausschließlich auf Klärschlamm konzentriert, zu betreiben.

Kosten: 65 Euro pro Tonne

Für die Verbrennung hat die Kooperation Kontakt zu acht potenziellen Partnern geknüpft. »Sie sind alle an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert«, so Strathmann. Die Vorzugsvariante sehe vor, dass die Kommunen ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Ab 2024 erfolgte dann die Entsorgung, die Beteiligung am Unternehmen orientiere sich an den Schlammmengen. »Eine Gewinnausschüttung ist nicht vorgesehen, dafür ist die Entsorgung günstiger«, referierte Strathmann. Die Verbrennungskosten beliefen sich voraussichtlich auf 65 Euro pro Tonne.

Ort für Verbrennungsanlage

Wo die Verbrennungsanlage stehen wird, konnte Strathmann den Politikern noch nicht sagen. Bielefeld-Heepen sei eine Option. Was das angestrebte Phosphorrecycling angeht, so sei die Entwicklung auf diesem Gebiet derzeit so rasant, dass die Kooperation damit noch abwarten wolle.

Eine Entscheidung über die Klärschlammentsorgung fällte der Rat noch nicht. Dumcke will die neue Situation zuvor im Betriebsausschuss beraten und den Rat frühestens im Dezember entscheiden lassen. Strathmann sagte, dann sei ein Einstieg in die Kooperation immer noch möglich. Sechs Räte hätten sich bereits dafür entschieden, 16 hätten in den Fachausschüssen dafür gestimmt.

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