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FBI rechnet mit einem Minus von 45.000 Euro – Brief an Dumcke

Ohne Finanzspritze bleibt Freibad zu

Spenge (WB). Seit gestern dürfen die Freibäder wieder öffnen. Doch im Kreis Herford ist noch keines wieder am Start. Wie berichtet, machen die Auflagen zum Infektionsschutz den öffentlichen Freibädern zu schaffen. Erst recht den Bürgerbädern. So sieht der Vorstand der Freibadinteressengemeinschaft (FBI) Lenzinghausen unter den derzeitigen Bedingungen keine Möglichkeit, das Bad in diesem Sommer zu öffnen.

Daniela Dembert

Das Freibad Lenzinghausen bleibt vorerst geschlossen. Die Freibadinteressengemeinschaft sieht sich unter den Corona-Auflagen nicht in der Lage das Bad zu öffnen. Nun hofft sie auf die Unterstützung der Stadt oder eines Sponsors. Foto: Daniela Dembert

Als schwer realisierbar und mit großem finanziellen wie personellen Aufwand verbunden, sehen die öffentlichen Betreiber die Auflagen zum Infektionsschutz. Zusätzliches Aufsichtspersonal und hohe Mehrkosten für Reinigungs- und Desinfektionsmittel bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen sind die Probleme, die sie belasten.

Reserven reichen nicht

Die Ehrenamtlichen sind da nicht besser dran: „Wir würden uns finanziell enorm aus dem Fenster lehnen, so dass bei schlechtem Verlauf alle Reserven aufgebraucht und in der nächsten Saison der gesamte Badebetrieb in Frage gestellt wäre“, erklärt Sieghart Kröger, Vorsitzende der FBI.

Organisatorisch sei der Aufwand rein aus den Reihen der Ehrenamtlichen nicht zu stemmen. „Wir brauchten mehr Kassenpersonal, das immer überblickt, wie viele Gäste sich gerade im Bad befinden“, gibt Kröger zu bedenken. Gleichzeitig entgingen dem Verein Einnahmen bei den Eintrittsgeldern und Kioskverkäufen.

Auf Eintritt angewiesen

„An normalen Tagen haben wir nicht mehr als die zulässige Besucherzahl, da wäre alles in Ordnung. Aber wir brauchen diese heißen Tage, an denen wir 600 bis 700 Besucher haben. Anders als bei den öffentlich betriebenen Bädern kommt es bei uns auch auf die Eintrittsgelder an“, argumentiert Kröger. In diesem Jahr müssen sämtliche Veranstaltungen einschließlich der geplanten, zweitägigen Freibadfete zum 90-jährigen Bestehen des Bades entfallen – auch hier fehlen dem Verein wichtige Einnahmen.

Vorsichtig geschätzt rechnet der Vorstand der FBI mit Einbußen in Höhe von mehr als 15.000 Euro. Hinzu kommen unter Berücksichtigung des hohen ehrenamtlichen Engagements „mal ganz sparsam gerechnet“, wie Kröger betont, Mehrausgaben für Betriebskosten, Personal, Reinigungs- und Desinfektionsmittel von mindestens 30.000 Euro.

Sponsor gesucht

Grundsätzlich hat sich der Verein den Erhalt und die Belebung des Bades fern wirtschaftlicher Interessen auf die Fahnen geschrieben, „aber ohne finanzielle Unterstützung können wir das nicht leisten“, hat der Vorstand jüngst entschieden.

Ganz aufgeben will die FBI die Badesaison 2020 noch nicht. „Vielleicht findet sich ja ein Gönner, der den Menschen den Freibadbesuch ermöglichen möchte“, so Kröger. Sicher gebe es viele Familien, die in dieser Saison nicht verreisten, alle Freizeitangebote seien aber in diesem Sommer stark eingedampft. „Wenn dann die Möglichkeit bestünde, auf das Lenzinghauser Freibad zu verweisen, wenn das Waldbad voll ist, könnte das eine attraktive Angebotserweiterung sein“, meint er.

Brief an Bürgermeister

Zunächst habe sich die FBI schriftlich an Bürgermeister Bernd Dumcke gewandt, um anzufragen, ob eine Unterstützung denkbar sei. Sie kann sich aber auch andere Sponsoren vorstellen.

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