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Der Spenger Andreas Mutschke sammelt und restauriert alte Exemplare

Schatzkammer mit 8000 Brettspielen

Spenge (WB). Wohl jeder erinnert sich gerne an sein liebstes Spielzeug aus Kindheitstagen. Die Puppe, die man im Puppenwagen geschoben hat, oder der Teddybär, ohne den man nicht einschlafen konnte, der aber im Laufe der Jahre so gelitten hat, dass er verschlissen und irgendwann nicht mehr zu gebrauchen war. Diese Spielzeuge hat Andreas Mutschke möglicherweise in seinem Online-Shop „Vintique-Toys“ vorrätig.

Christina Bode

Ein sehr seltenes Monopoly-Spiel aus dem Jahr 1936 hat Andreas Mutschke für nur einen Euro auf dem Flohmarkt erstanden. Soweit es dem 61-Jährigen bekannt ist, existiert dieses Spiel nur noch zweimal. Insgesamt besitzt der Spenger etwa 8000 Brettspiele. Foto: Christina Bode

Zudem kauft Mutschke Spielzeuge auf – auf Flohmärkten oder aus Sammlungen. Allerdings: „Wenn ich auf besonders schöne oder seltene Dinge stoße, behalte ich sie doch selber“, sagt er. Dabei erinnert er sich an einen berühmten Roboter, den Astroman Dux von 1959, den er unbedingt besitzen wollte. „Als ich ihn gefunden habe, war das schon mein persönliches Highlight.“

Monopoly von 1936

Ein besonderes Teil seiner Sammlung ist ein Monopolyspiel von 1936, das er für einen Euro auf einem Flohmarkt erstanden hat. „Es ist ein sehr seltenes Exemplar. Mir sind nur zwei bekannt“, sagt er. In diesem Spiel kommen nur die teuersten Berliner Straßen aus dieser Zeit vor. „Göbbels hat es später verboten“, berichtet Mutschke.

Seine Kunden seien Sammler, aber auch Nostalgiker, die bei Vintique-Toys ein Teil finden, das sie selbst einmal besessen haben und sich ein Stück Kindheitserinnerung zurückholen möchten. Gerade mit Letzteren erlebe er besonders schöne Geschichten. „Eine Frau fand in meinem Repertoire ein Barbie-Spiel, das ihre Mutter immer gespielt habe“, erinnert sich Mutschke. Als diese das Geschenk Weihnachten ausgepackt habe, seien ihr die Tränen gekommen. „Diese Momente liebe ich und so verstehe ich auch meinen Beruf“, sagt Andreas Mutschke.

Spielfiguren neu gegossen

Eine weitere Leidenschaft des 61-Jährigen ist die Restauration. „Verschlissene Spiele restauriere ich so, dass sie in ‚vorzeigbarer Vitrinenqualität‘ an ihre Besitzer zurückgehen.“ Er baue die Schachteln mit den Materialien nach, die damals auch verwendet wurden. Wenn Spielfiguren fehlen, gießt er diese durchaus neu. „Dafür muss man schon eine gewisse Verrücktheit mitbringen“, sagt Mutschke.

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