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Feuerwehreinsatz beim Spenger Bekleidungshersteller FHB – Experte vom THW gibt Entwarnung

Schnee lässt Decke einknicken

Spenge (WB)

Gegen 14.30 Uhr hat am Mittwoch ein unheilvolles Knacken die Näherinnen des Spenger Berufsbekleidungsherstellers FHB in der Industriestraße aus der Arbeitsroutine gerissen. Ein Leimbinder der Deckenkonstruktion ist geborsten.

Daniela Dembert

Zum Glück nichts Schlimmeres passiert: Das Foto zeigt die eingeknickten Leimbinder in der Näherei. Foto: FHB

„Alle Mitarbeiterinnen haben die Halle sofort verlassen, so dass niemand zu Schaden gekommen ist“, berichtet FHB-Prokurist Christian Eder. Das Unternehmen beauftragte Diplom-Ingenieur Bernd Dammeyer aus Enger, Feuerwehr und THW wurden gerufen, um die Lage einzuschätzen und die Halle zu sichern. Der Baufachberatertrupp des THW führte eine Schneelastmessung auf dem Dach durch.

Es ist davon auszugehen, dass die Schneelast Ursache ist, jedoch sehe THW-Baufachberater Christian Thielker die derzeitige Belastung auf dem Dach nicht als kritisch. „Die Schneelast ist abhängig von Verwehungen und kann stellenweise variieren. Die Auslastung dieses Dachs liegt bei etwa 70 Prozent. Zwar ist die Belastung an den Rändern mit bis zu einem Meter Höhe größer, aber dort liegt das Gewicht direkt auf den Trägern, das ist ungefährlich.“

Kritisch werde es häufig, wenn sich Tauwasser auf dem Dach sammle, weil Regenrinnen zugefroren seien und sich Neuschnee darüber lege. „Die Statik für dieses Dach ist entsprechend den Vorschriften für eine Belastung von 75 Kilogramm pro Quadratmeter ausgelegt“, berichtet Architekt Bernd Dammeyer. Durch den gebrochenen Balken liege eine größere Last auf der restlichen Dachkonstruktion, so dass mittlerweile schon weitere Balken Risse aufwiesen, sagt Prokurist Eder.

Eine Sicherung des Dachs von innen musste erfolgen, die Dachkonstruktion der etwa 2000 Quadratmeter großen Halle wurde durch Baustützen abgesichert. Der Löschzug Spenge-Mitte unterstützte bei der Materialbeschaffung.

„Wir arbeiten uns von der Wand zur Hallenmitte vor und stützen die Dachkonstruktion von innen“, erklärte Thielker das Vorgehen. „Dann warten wir auf Tauwetter.“ Das zusätzliche Räumen des Daches sei nicht vorgesehen gewesen.

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