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Fachausschuss diskutiert über Neubau auf ehemaligem Seippel-Gelände

Sind drei Geschosse zu hoch?

Spenge (WB/dd). Darf auf der Brache an der Lange Straße/Werburger Straße ein dreigeschossiges Flachdachgebäude entstehen? Mit dieser Frage hat sich am Dienstagabend der Stadtentwicklungsausschuss beschäftigt.

Das Seippel-Gelände auf der Ecke Lange Straße/Werburger Straße gleicht mittlerweile einem Biotop. Wie die künftige Bebauung aussehen soll, war Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung. Vor allem die Höhe der Geschosse ist strittig. Foto: Ruth Matthes

Das Bielefelder Planungsbüro Hempel & Tacke sieht für das ehemalige Seippel-Grundstück mit einer Fläche von 2400 Quadratmetern eine dreigeschossige, maximal 12,50 Meter hohe Bebauung als Wohn- und Geschäftsgebäude mit Staffelung im Obergeschoss vor. Dabei soll eine Dachterrasse ins Hinterland entstehen und die Fassade zur Lange Straße dreigeschossig sein.

Tiefgarage

Eine Tiefgarage unter dem Grundstück soll den Großteil der Parkplätze liefern, weitere sind auf der Gebäuderückseite angedacht.

Die notwendigen Abstände zur Nachbarbebauung würden bei diesem Entwurf eingehalten. Grundsätzlich sei der Baukörper in dieser Weise konzipiert, weil es schon konkrete Interessenten gebe, erläuterte Architekt Sebastian Ernst. Die befragten Anwohner befürchten eine Wertminderung angrenzender Grundstücke durch die Größe des Neubaus, der sich ihrer Meinung nach auch wegen des Flachdaches nicht ins Stadtbild füge.

Bebauungsverdichtung

Grundsätzlich herrscht unter den Fraktionen Einvernehmen darüber, dass in der Innenstadt eine Bebauungsverdichtung gewünscht ist und die Brache schnellstmöglich zu beseitigen ist. Jedoch wird die Dreigeschossigkeit entlang der Lange Straße von UWG und SPD in Frage gestellt.

Ralf Sieker (UWG) verwies auf das neu entstehende Gebäude auf der Bünger-Fläche: „Wir haben da ein Referenzobjekt, dessen nicht abgestaffelte Seite sehr bedrängend wirkt.“ Von den Architekten wünschen sich die Ausschussmitglieder eine Ansicht, die das geplante Gebäude in Relation zur Nachbarbebauung zeigt.

Optimale Nutzung

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Lars Hartwig, gab zu bedenken, Spenge brauche hochwertige Geschäftsgebäude im Kerngebiet. Auch sei eine solche Bauhöhe andernorts keineswegs unüblich. Tim Kownatzki von den Grünen sieht das ähnlich und sprach sich für mehr Vertrauen in die Architekten aus.

Die Architekten sehen für das Bauvorhaben eine Notwendigkeit zur gestaffelten Dreigeschossigkeit und der angegebenen Höhe, um die Fläche optimal ausnutzen zu können und aktuellen Standards von Geschäftsräumen gerecht zu werden. „Wenn wir davon ausgehen, dass hier eine Mischung aus Praxis-, Geschäfts- und Wohnraum entstehen soll, müssen wir in den unteren Geschossen von einer Höhe bis zu vier Metern ausgehen, um Technik und Kabellage in den Zwischendecken verstauen zu können“, erklärt Dirk Tacke. Eine Staffelung zur Lange Straße, die östlich gelegen ist, sei für die im Obergeschoss vorgesehene Dachterrasse nicht dienlich.

Eine Entscheidung über die notwendige Bebauungsplanänderung wurde auf die Ratssitzung am 3. September vertagt.

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