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Eike Horn berät Landwirte, Kommunen und Gartenbesitzer

So fühlen sich Insekten wohl

Spenge/Kirchlengern (WB). »Es braucht nicht viel, um seinen Garten bienenfreundlich zu gestalten«, sagt Eike Horn. Der Spenger ist jetzt Berater für Bienenweiden und berät Gartenbesitzer, Landwirte und Kommunen über Insektenschutz.

Christina Bode

Ein Holzscheit mit Löchern ist ein einfach gebauter Rückzugsort für Insekten. Im Garten von Eike Horn blühen derzeit Astern. Hier finden Bienen noch Futter. Horn appelliert an Gartenbesitzer, ein durchgängiges Nahrungsangebot zu schaffen. Foto: Christina Bode

Das Wohl der Honigbiene liegt Eike Horn als Imker natürlich besonders am Herzen. In seiner Prüfung zum Bienenweidenfachberater widmete er sich aber auch der Förderung der (Über-)Lebensbedingungen der gesamten Insektenwelt.

Insektenwelt ist bedroht

»Besonders seit Veröffentlichung der Krefelder Studie ist der breiten Öffentlichkeit die Bedrohung der Insektenwelt bekannt«, sagt der gelernte Agrarökologe. Denn während die Honigbiene nach dem Blütenbesuch in die vom Imker gezimmerte Behausung zurückfliegen kann, benötigen Wildbienen Überwinterungsquartiere. Schon mit einfachen Dingen könnten Gartenbesitzer dafür sorgen, dass Insekten in ihrem Garten Nahrung und Überwinterungsmöglichkeiten finden.

Horns Devise: »Faulheit ist der beste Schutz!« Abgestorbene Pflanzen und Laubhaufen seien Rückzugsorte für die Insekten. »Wenn der Rasen etwas länger wächst, gibt es auch hier Möglichkeiten, Futter und Schutz zu finden«, sagt Horn. Bei der Auswahl von Bäumen gelte grundsätzlich: Obstbäume sind besser als Nadelbäume. »Ein Garten, der aus Rasenfläche und Nadelbäumen besteht, ist quasi genauso wenig ergiebig wie ein Steingarten«, erklärt der 38-Jährige.

»Tiere brauchen Nischen«

Ökologische Nischen zu finden, sollten Gartenbesitzer bildlich verstehen: »Alles, was ordentlich ist, bietet wenig Nischen für Tiere«, sagt Horn. Wer seinem Instinkt folge und über das Jahr beobachte, welche Blüten die Bienen mögen, kriege schnell ein Auge dafür, womit er der Insektenwelt Gutes tun kann, meint Horn.

In Insektenhotels, Totholzhaufen und abgestorbenen Pflanzenstängeln finden Insekten gute Überwinterungsplätze. »Auch ein Holzscheit mit Löchern ist ein toller und einfach herzustellender Rückzugsort«, schlägt Horn vor.

Seitenstreifen als »blühende Werbung« nutzen

Vielerorts seien schon vermehrt blühende Seitenstreifen zu sehen. Dennoch würde Horn sich freuen, wenn im kommenden Jahr einerseits Kommunen die insektenfreundliche Flächenbewirtschaftung ausbauen und andererseits noch mehr Landwirte Randstreifen als »blühende Werbung« für ihre Branche nutzen würden.

Eike Horn berät Interessierte für seinen Imkerverein Kirchlengern und Umgebung. Er ist erreichbar unter Telefon 05225/6006260. Zuständig für Enger und Spenge ist Bienenweidenfachberater Peter Bechauf, Telefon 05224/5611.

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