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Bauhofleiter erstattet Bericht im Ausschuss – Öffentliche Plätze Thema

Spenge bekämpft Wildkraut mit heißer Luft

Spenge (WB). Die Stadt Spenge setzt bei der Reinigung und Pflege öffentlicher Flächen nicht länger nur auf’s Mähen. Ein neuer Kleinschlepper im Wert von etwa 40.000 Euro bekämpft künftig das Unkraut mit heißer Luft.

Gerhard Hülsegge

Bauhofleiter Martin O’Toole (links) und Gärtner Karsten Leonhardt sind mit dem neuen Kleinschlepper an der Bielefelder Straße in Lenzinghausen im Einsatz. Mit dem Fahrzeug wird das Unkraut auf dem Gehweg jetzt mit heißer Luft bekämpft. Foto: Gerhard Hülsegge

»Wir befinden uns derzeit in der Einführungsphase«, erklärte Bauhofleiter Martin O’Toole am Donnerstagabend vor den Mitgliedern des Betriebs- und Verkehrsinfrastrukturausschusses des Rates. Zwei Jahre lang habe man andere Systeme getestet. Die jetzt gewählte Lösung sei für Spenge die Beste. Das neue Gerät behandelt die unerwünschten Pflanzen auf Gehwegen, etwa an der Bielefelder Straße in Lenzinghausen, mit Luft, die auf 90 Grad Celsius erhitzt wird . Dadurch wird das Eiweiß in den Wurzeln der Pflanzen geschädigt. Das soll verhindern, dass sie schnell wachsen. »Bislang waren wir alle 14 Tage im Einsatz, künftig können wir uns auf fünf bis sechs Durchgänge im Jahr beschränken«, führte O’Toole aus.

Kommentar

Es ist stets dasselbe: Wird es Frühling und Sommer, hagelt es Kritik. Bürger wie Politiker monieren, dass zu wenig gemäht wird, der Wildwuchs auf öffentlichen Plätzen und an Straßenrändern überhand nimmt. Gut, dass sich Bauhofleiter Martin O’Toole jetzt den Fragen der Spenger Mandatsträger gestellt hat. Deren Kritik fiel eher dürftig aus. Missmutige Bürger waren der öffentlichen Debatte ohnehin ferngeblieben. So schlimm kann es also nicht sein. Das Angebot, Missstände zu benennen, sollte trotzdem angenommen werden. Gerhard Hülsegge

Wie ein Fön

Zwei Flüssiggastanks am Heck des John-Deere-Traktors betreiben zwei Brenner, die vorne am Fahrzeug angebracht sind. Sie wiederum erzeugen mittels Ventilatoren den warmen Luftstrom. »Das Ganze wirkt wie ein heißer Fön«, erklärte Martin O’Toole im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT anschaulich das Prinzip.

120.000 Quadratmeter zu pflegen

Knapp 120.000 Quadratmeter sind vom Bauhof zu pflegen. Dazu gehören öffentliche Verkehrsflächen wie Straßen und Sportanlagen ebenso wie die 21 Spielplätze im Stadtgebiet sowie so genannte Liegenschaften wie der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB), das Schulzentrum und die Charlottenburg. Zwei Mäher stehen den 14 Mitarbeitern neben dem neuen Fahrzeug zur Wildkraut-Bekämpfung zur Verfügung. Zu wenig, um insbesondere im Frühling und Sommer überall gleichzeitig für Sauberkeit zu sorgen, meint O’Toole.

»Um das Gelände an der Flüchtlingsunterkunft Griesenbruchstraße müssen Sie sich nicht mehr kümmern, das mache ich«, bot CDU-Ratsherr Uwe Brinkmann spontan seine Mithilfe an. Gleichzeitig beklagte er die Situation an der Unterkunft Bielefelder Straße/Ecke Leineweberweg. Fraktionskollege Jürgen Kleinebrand monierte, dass sich die Kommune zu wenig um die Wassergräben kümmere. »Das ist nicht alles toll«, meinte der Christdemokrat. O’Toole bot an, auf jede Kritik und jeden Hinweis zu reagieren. »Wir suchen das Gespräch«, betonte der Bauhofleiter.

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