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Dr. Werner Best möchte „endlich in Rente gehen“ – Marcus Coesfeld wechselt nach Oerlinghausen

Spenge sucht Leiter für Werburg-Museum

Spenge

„Ich bin zuversichtlich, dass die Stadt einen guten hauptamtlichen Museumsleiter und -pädagogen in einer Person finden wird“, sagt Dr. Werner Best. Wie berichtet, möchte sich der 71-Jährige im kommenden Jahr aus der Leitung des Werburg-Museums zurückziehen. Bereits zum 30. Juni dieses Jahres hat der bisherige Museumspädagoge Marcus Coesfeld gekündigt. Da er noch reichlich Urlaub und Überstunden hat, ist die Stelle ab sofort unbesetzt.

Von Ruth Matthes

Im August 2020 stellten Bürgermeister Bernd Dumcke (links) und Dr. Werner Best (rechts) Marcus Coesfeld als neuen Museumspädagogen an der Werburg vor. Foto: Ruth Matthes

Vor diesem Hintergrund hat sich der Rat der Stadt entschlossen, bereits jetzt die Nachfolge von Best zu regeln und die halbe Pädagogenstelle zu einer ganzen mit Führungsverantwortung auszubauen. Angesichts des erweiterten Aufgabenfeldes ist zudem eine Aufstockung der Besoldung von Entgeltstufe 10 auf 11 vorgesehen. Dumcke hofft, so einen kompetenten Nachfolger zu finden, der der Stadt länger erhalten bleibt und sie mit attraktiven Sonderausstellungen bereichert. Dr. Best geht davon aus, dass dies unter diesen Voraussetzungen kein Problem ist. „Es gibt wenige freie Museumsleiterposten, aber eine Reihe von Museumsangestellten mit Zeitverträgen oder Volontäre, die eine feste Anstellung suchen.“

Wie Marcus Coesfeld erklärt, habe er eine Stelle mit mehr Entfaltungsmöglichkeiten gefunden. Er leitet am Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen das Projekt „Digitale Geschichtswerkstatt: Das Museum als Propaganda-Ort im Nationalsozialismus“. „Außerdem konzen­triere ich mich wieder auf meine Doktorarbeit über Japanischen Kampfsport im Deutschen Reich“, so Coesfeld. Der Historiker arbeitete seit Sommer 2020 in Spenge.

Was die nächsten museumspädagogischen Termine angeht, so hat er für eine Vertretung gesorgt. Best erklärte, danach werde es zunächst keine neuen Angebote geben. Coesfeld sagte dazu: „Ich habe bereits ein Programm für die zweite Jahreshälfte konzipiert, das habe ich dem Verein auch hinterlassen.“ Die Dozenten müssten allerdings noch engagiert werden.

Dr. Best möchte seinerseits den Weg frei machen für einen jüngeren Nachfolger oder eine Nachfolgerin mit neuen Ideen. „Ich werde nächstes Jahr 72 Jahre alt“, sagt er, „da ist es Zeit, endlich in Rente zu gehen – sowohl im Verein als auch im Museum.“ Leider gebe es niemanden, der seinen Posten ehrenamtlich weiterführen wolle. Der Archäologe ist seit 2004 Vorsitzender des Werburg-Vereins und hat von 2014 bis 2016 beruflich die Ausgrabungen dort vorgenommen. Seit 2016 ist er auch Leiter des Museums.

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