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Ordnungsamt kontrolliert Einhaltung der Corona-Schutzverordnung – bisher noch keine Geldbußen fällig

Spenger verhalten sich „vernünftig“

Spenge (WB)

Ob es sich um das Tragen der Masken handelt, die Einhaltung der Quarantäne oder der Ladenschließungen – das Team des Ordnungsamtes ist in diesen Tagen viel unterwegs, um dafür zu sorgen, dass die Corona-Schutzverordnung umgesetzt wird. Die Stadt Spenge hat dafür zusätzliche Kollegen aus anderen Abteilungen hinzugezogen. Darunter auch Bürgermeister Bernd Dumcke.

Ruth Matthes

Jamal Hamil und Heidrun Hellmann sind für das Ordnungsamt in der Stadt unterwegs, um die Umsetzung der Schutzmaßnahmen zu kontrollieren. Foto: Daniela Dembert

Wie Dirk Placke, Leiter der Abteilung Ordnung, Abfallentsorgung und Straßenreinigung, erklärt, arbeiten die 14 Kollegen Listen des Gesundheitsamtes ab, so dass jeder Betroffene ein- bis zweimal besucht wird. „Dabei wird darauf geschaut, dass sowohl der oder die Infizierte als auch die Familienmitglieder, die mit unter Quarantäne stehen, zu Hause sind“, erklärt Placke. Damit die Verwaltungsmitarbeiter sich nicht anstecken, fragen sie die Menschen möglichst am Fenster oder Balkon nach ihrem Befinden und bieten Hilfe an, wenn sie Besorgungen benötigen. „Wir haben bisher aber noch keine Hilfe über soziale Einrichtungen organisieren müssen“, sagt der Ordnungsamtsleiter. „Wie es aussieht, funktionieren bei uns im ländlichen Raum die Familien und Nachbarschaften noch sehr gut.“

Heidrun Hellmann ergänzt dazu: „In der Mehrheit sind die Menschen neutral bis erfreut, dass wir uns kümmern“. Befremdlich finde sie allerdings, dass die Besuchten in der Regel ohne eine Mund-Nase-Bedeckung die Tür öffneten. Das sei zwar privater Raum, jedoch sollte es im Sinne der in Quarantäne befindlichen Personen sein, auch Besucher vor der Wohnungstür zu schützen.

Auf Kontrollgängen in der Innenstadt achten die Zweierteams darauf, dass die Menschen in den vorgeschriebenen Bereichen, in Lebensmittelläden und auf deren Parkplätzen Masken tragen. Verstoßen sie dagegen, ist eine Geldbuße von 150 Euro fällig. „Bisher haben wir aber noch keine Strafen verhängen müssen“, sagt Placke und lobt die Spenger: „Sie sind sehr vernünftig.“

Kontrolliert wird außerdem, ob die Läden, Friseure, Kosmetik- und Nagelstudios wirklich geschlossen haben oder nur das verkaufen, was sie dürfen. „Die Buchhandlung Nottelmann darf zum Beispiel Zeitungen verkaufen, aber keine Bücher“, erklärt Placke. Schwarze Schafe seien in den ersten Tagen des harten Lockdown nicht aufgefallen. Das Bußgeld beliefe sich in diesen Fällen auf eine vierstellige Summe. Viele Spenger Geschäftsleute hätten sich auf Online-Handel und Lieferdienst verlegt.

Am Montag waren Heidrun Hellmann und Jamal Hamil in der Innenstadt unterwegs. Auf ihrem Kontrollgang bei den Supermärkten habe sich die Situation in der vergangenen Woche noch schwierig dargestellt, so Hellmann, da die verschärfte Maskenpflicht auch für den Parkplatz noch nicht ausreichend kommuniziert gewesen sei.

Mittlerweile weisen etwa auf dem Rewe-Parkplatz große rote Transparente auf die Maskenpflicht auf dem Parkplatz hin. Und sollte doch jemand die Maske mal vergessen, „gibt es keine Beschwerden, wenn wir darauf hinweisen“, sagt Heidrun Hellmann. Der Handel selbst setze die Schutzverordnungen durch die Limitierung der Einkaufswagen um.

Mit verschärften Kontrollen müssen die Spenger an Silvester rechnen. Laut Polizeisprecher Uwe Maser will die Polizei die Ordnungsämter unterstützen. „Für den Jahreswechsel wie für die anderen Tage des Lockdown gilt das Verbot der Ansammlung von mehr als fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten und das Verbot in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken“, betont Placke.

Bisher hat die Stadt Spenge noch keine konkreten Böller-Verbotszonen benannt. Aktuell sei das auch nicht geplant, teilte Sabrina Held am Montag auf Anfrage mit. Da der Kreis Herford nun aber auch eine Inzidenz über 200 aufweist, sei es nicht ausgeschlossen, dass es weitere Beschränkungen für den gesamten Kreis geben werde.

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